35.000 Demonstranten an militanten Auseinandersetzungen in Brasilien beteiligt. Ministerien werden gestürmt, das Militär wird kurzzeitig eingesetzt.

Am 24.05.2017 fand im Regierungsviertel der Hauptstadt Brasiliens eine Großdemonstration gegen den korrupten rechtskonservativen Staatschef Michel Temer statt. Die rund 35.000 Demonstranten forderten den sofortigen Rücktritt Temers, der Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen haben und Schweigegelder an inhaftierte ehemalige Politiker gegeben haben soll.

Nach kurzer Zeit eskalierte die Demonstration. Einige Demonstranten durchbrachen die Polizeiketten in Richtung der Regierungsgebäude. In einem Ministerium wurde Feuer gelegt, andere Ministerien wurden angegriffen. Daraufhin wurden mehrere Regierungsgebäude geräumt und für kurze Zeit wurde sogar das Militär in die Hauptstadt Brasilia beordert. In dessen Folge lieferten sich große Teile der DemonstrantInnen über mehrere Stunden lang heftige Auseinandersetzungen mit Polizei und Militär. Diese machten von Schlagstöcken, Reizgas und Wasserwerfern Gebrauch. Innerhalb des Parlaments kam es zu Handgreiflichkeiten, als der Militäreinsatz bekannt wurde. Die „Sozialdemokratische Opposition“ wirft Temer vor, die Lage zu eskalieren. Sie möchte auf „Dialog“ setzten.

Gewerkschaften und linke Organisationen hatten zu der Demonstration aufgerufen und für Neuwahlen und die sofortige Absetzung des Staatschefs demonstriert. Hintergrund: Die allgemeinen Lebensbedingungen der Menschen werden immer schlechter, Präsident Temer plant unter anderem, das Renteneintrittsalter anzuheben und öffentliche Gelder für die nächsten 20 Jahre einzufrieren.