Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho drohte gestern in einer Rede vor der UN mit einem Raketenangriff auf das Festland der USA. Die USA lassen mehrere B-1B-Bomber und Kampfjets an der östlichen Grenze zu Nordkorea in Südkorea stationieren. 

Am Dienstag, 19.09.2017, sprach Donald Trump das erste Mal als US-Präsident vor den Vereinten Nationen. Es ging um die weltpolitische Lage und damit auch um das angespannte Verhältnis zwischen Nordkorea und den USA. In seiner Rede erklärte er, dass die USA stark und geduldig seien – wenn sie aber gezwungen würden, auch bereit seien,  Nordkorea vollkommen zu zerstören – also letztendlich Millionen Nordkoreaner zu töten. An Kim Jong Un, den Präsidenten Nordkoreas, gerichtet, formulierte der US-Präsident: „Der Raketenmann ist auf einer Selbstmordmission für sich selbst und für sein Regime. Die Vereinigten Staaten sind (zu seiner Zerstörung) bereit, gewillt und in der Lage, aber hoffentlich wird das nicht notwendig sein.“ Gestern erwiderte Ri Yong Ho als Außenminister Nordkoreas, ebenfalls vor der UN, Trumps Rede vom Dienstag.

Ri äußerte, dass nach der Beleidigung seines Präsidenten Kim Jong Un als „Rocketman“ es nun umso unausweichlicher sei, dass die eigenen Raketen die USA „besuchen“ müssten. Er nannte den US-Präsidenten einen psychisch kranken, größenwahnsinnigen und selbstgefälligen Mann, der seinen Finger auf dem Atomknopf habe. Falls Nordkorea Raketen auf die USA abfeuere und dabei unschuldige Amerikaner töte, sei Trump dafür verantwortlich.

Die Reaktion des US-Präsidenten

Als direkte Antwort twitterte Donald Trump heute morgen um 5 Uhr westeuropäischer Zeit: „Ich habe gerade den Außenminister von Nordkorea bei der UN sprechen hören. Wenn er die Gedanken des kleinen „Rocketman“ wiederholt, werden sie nicht mehr lange da sein.“

Das Pentagon ließ unterdessen mehrere Kampfjets und B-1B-Bomber in Südkorea an der Grenze zu Nordkorea stationieren. Das ist der erste Einsatz dieses Jahrhunderts, bei dem Kampfflugzeuge so nah an Nordkoreas Grenzen heran fliegen. Die Flugzeuge wurden auf ihrem Weg nach Südkorea von japanischen Kampfjets begleitet. Die Bomber sind zwar nicht mehr aktive Atombomber, aber können trotzdem eine große Anzahl an „normalen“ Bomben abwerfen. Die Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums Dana White erklärte dazu, das Militärmanöver sei eine klare Botschaft, dass „der Präsident viele Optionen hat, um einen Angriff abzuwehren.“