Gedenkort für Gefallene der Roten Armee in Trzianka durch Stadtverwaltung abgerissen

Am Freitagmittag, den 8. September rückte schweres Gerät aus: Bagger und LKW. Sie fuhren auf das Gelände des Friedhofs in Trzianka und zerstörten das Mausoleum der Roten Armee.

Unter dem Denkmal befanden sich auch Gräber von Sowjetsoldaten. Die russische Botschaft protestierte gegen das Vorgehen: Es verletze den Vertrag „über Gräber und Gedenkstätten für Opfer des Krieges und der Repressionen“ vom 22. Februar 1994. Der Regierungsmitarbeiter Tomasz Stube entgegnete, dass das Mausoleum im März dieses Jahres von der Liste der Gräber gestrichen worden sei und somit zu einem normalem Denkmal ‚degradiert‘ wurde.

Die russische Botschaft reklamierte desweiteren, dass die polnische Regierung keine triftigen Gründe für die Zerstörung oder Verlegung des Mausoleums dargelegt habe. Die Tatsache, dass sich unter dem Mausoleum Gräber gefallener Sowjetsoldaten befänden, mache die Zerstörung unmoralisch.

Die polnische Kleinstadt war am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee befreit worden. Die Nationalsozialisten hatten in der auf deutsch „Schönlanke“ genannten Stadt eine Unterstützungsbasis. So nahmen sich Hunderte, meist nationalsozialistisch geprägte Menschen – darunter ganze Familien – damals das Leben.
Die Zerstörung des Mausoleums ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die angestrebte „Dekommunisierung“ des Landes zurückzuführen, unter welcher schon etliche Denkmäler zerstört und Straßennamen in Polen geändert wurden. Zwischen 2009 und 2011 war sogar das kommunistische „Hammer und Sichel-Symbol“ kurzzeitig verboten. Die Zerstörung weiterer Denkmäler der Roten Armee – wie z.B. ein Panzerdenkmal in Drawsko – sind bereits geplant.

Quelle 1(Polnisch) ; Quelle 2 (Polnisch)