Chef-Lobbyist: Der russische Großkonzern „Rosneft“ macht den deutschen Alt-Kanzler zum Vorsitzenden.

Es ist eine Personalie mit politischer Sprengkraft: Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder wird Chef im Führungsgremium des drittstärksten Monopols von Russland.
Das Unternehmen gehört zu den 50 umsatzstärksten Konzernen der Welt und ist der größte Erdölproduzent. Es gehört zu 70% dem russischen Staat und ist mit 19,6 Milliarden Euro im letzen Jahr der größte „Steuerzahler“ des Landes.

Schröder soll im Aufsichtsratsgremium nun die russischen Staatsinteressen vertreten. Er ist ein enger Vertrauter des russischen Staatschefs Wladimir Putin, der wiederum eng mit dem Rosneft-Chef Igor Setschin verbunden ist. Dieser befürwortete Schröder, der „regelmäßig die strategische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland verteidigt“ habe. Der Alt-Kanzler soll sich gegen Sanktionen der EU und USA einsetzen, die beide nach der Ukraine-Krise unter anderem gegenüber Rosneft verhängt hatten.

Schon als Bundeskanzler hatte er sich für das Pipeline-Projekt „Nordstream“ zwischen deutschen und russischen Unternehmen eingesetzt, an dem auch der deutsche Staat beteiligt war. Dies sollte dem russischen Gas-Riesen „Gazprom“ zugute kommen. Kurz nach Ende seiner Amtszeit wurde er dann bei der „Nordstream AG“ angestellt, welche zu 51% Gazprom gehörte. Schröder ist bis heute ein herausragendes Beispiel des machtvollen Zusammenspiels von Spitzenpolitikern und Wirtschaft.