Nur 20 Prozent der Führungskräfte in Ostdeutschland stammen auch selbst aus den neuen Bundesländern.

Laut einer Studie der Universität Leipzig  stammen nur rund 20 Prozent der Führungskräfte in Ostdeutschland auch selbst aus den neuen Bundesländern. Nach 27 Jahren der Wiedervereinigung ein ernüchterndes Ergebnis.

Kamen 2004 noch 75 Prozent der Politiker in den 5 Landesregierungen auch selbst aus Ostdeutschland, waren es 2016 nur noch 70 Prozent. An Universitäten und Hochschulen hat sich die Zahl der Rektoren aus Ostdeutschland halbiert und in den 100 größten ostdeutschen Unternehmen ist der Anteil der Führungskräfte, die aus dem Osten stammen, auf 33,5 Prozent gesunken. Bezogen auf die Bundesrepublik Deutschland gibt es lediglich 1,7 Prozent Ostdeutsche in Führungspositionen. Nur in Justiz und Bundeswehr steigt die Zahl langsam an, wie die Studie bekannt gab.

„Es besteht de facto eine Lücke in der Vertretung ostdeutscher Interessen, Sichtweisen und Lebenserfahrungen auf der gesamten Bundesebene. Es gibt keinen sachlichen Grund mehr für dieses Ungleichgewicht. Wer den Osten außen vor lässt, bekommt irgendwann die Quittung. Eine politische und gesellschaftliche Reflexion hierzu unter Beteiligung der Ostdeutschen könnte bereits ein Teil der Lösung sein.“, so die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke.