2500 ArbeiterInnen demonstrierten in Berlin gegen Werksschließungen und Jobabbau bei Siemens.

Bereits am frühen Morgen sammelten sich hunderte ArbeiterInnen, um in einem Autokorso durch die Hauptstadt zu fahren und damit auf ihre Forderung nach Erhalt der Arbeitsplätze aufmerksam zu machen. An dem Korso nahmen rund 100 Autos teil.

Gegen 8 Uhr waren dann rund 2500 ArbeiterInnen zu der Protestkundgebung gegen den Stellenabbau bei Siemens an Ort und Stelle. Unter der Parole „Keine Werksschließungen“ waren sie aus ganz Deutschland zur Kundgebung angereist. Diese fand in Sichtweite des Hotels statt, in dem parallel die Betriebsräte-Versammlung der Siemens-Werke über die angekündigten Kürzungen des Unternehmens berieten.

Die kämpferische Stimmung der ArbeiterInnen wurde leider durch die zahmen Parolen der RednerInnen auf der Bühne getrübt. Hier wurden zwar die Sparmaßnahmen von Siemens kritisiert, vor allem standen aber die „schlechte Kommunikation“ des Unternehmens und die Forderung nach Stärkung der nationalen Werksstandorte im Vordergrund.

Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, Klaus Abel, kritisierte auf der Kundgebung die Entscheidungen der Siemens-Chefetage zwar als „Steinzeitkapitalismus“ und „asozial“. Doch das Kampfmittel des Streiks wolle man nur als allerletztes Mittel einsetzen, so ein anderer Vertreter der IG Metall auf der Kundgebung. Auch der Auftritt des Bundesvorsitzenden der SPD, Martin Schulz, sollte kämpferisch wirken. Schulz betonte aber vor allem, dass die Einflussnahme auf Konzerne und ihre Entscheidungen durch die Politik sehr begrenzt sei.