BKA setzt seit Januar den „Staatstrojaner“ zur Spionage auf Smartphones und Tablets ein.

Wie WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung berichten, setzt das Bundeskriminalamt (BKA) seit Kurzem ein eigenes Spionageprogramm auf Handys und Tablets ein. Laut der Recherchen soll das Programm bereits in aktuellen Ermittlungsverfahren verwendet werden. Das BKA wolle jedoch aus „einsatztaktischen Gründen“ nicht sagen, wie oft die Software bisher eingesetzt wurde.

Als „Staatstrojaner“ wird ein Spionageprogramm der deutschen Polizei und Geheimdienste bezeichnet, das Sicherheitslücken in Computern, Smartphones und Tablets ausnutzt, um dann den gesamten Inhalt der Speicher und alles, was auf den Bildschirmen gezeigt und über Tastaturen eingegeben wird, auf die Rechner der Ermittler zu überspielen.

Staatliche Behörden beklagten in den vergangenen Jahren immer häufiger, dass sie die Kommunikation von verdächtigen Personen nicht mehr mitlesen könnten, da sie verschlüsselt stattfinde. Es komme „zu teils erheblichen Überwachungslücken“, so BKA-Vizepräsident Peter Henzler in einer Anhörung im Bundestag.

Für den Haushalt 2017 beantragte das BKA deshalb 50 Millionen Euro, um die „operativen IT-Systeme“ verbessern zu können. Darunter fällt in erster Linie die Entwicklung des Staatstrojaners für Smartphones und Tablets.

Mit dem Staatstrojaner ist es dem BKA möglich, auch verschlüsselte Inhalte und Nachrichten mitzulesen, sobald sie auf dem Smartphone, Tablet oder PC entschlüsselt angezeigt werden. Zudem ist auch das unbemerkte Löschern, Ändern und Hinzufügen von Dateien möglich.