Klebe-Kunstwerke der sagenumwobenen Künstlerin „Barbara“ wurden von Facebook zensiert.

Barbara legt viel Wert auf Anonymität. Von ihr ist nicht viel mehr bekannt als ihr Künstlername, ab und an taucht ein Daumen auf einem ihrer Bilder auf. Doch mit ihrer Kunst erreicht sie Hunderttausende. Sie klebt Botschaften auf Verbotsschilder, Straßenschilder, an Zäune.

Manchmal sind diese zugegebenermaßen recht belanglos, oft wird aber klar: Barbara fordert eine Welt mit mehr Menschlichkeit, Liebe und Gerechtigkeit, dafür aber mit weniger Überwachung, Sexismus und Nazis.

Facebook zensierte ihre Bilder – Folge des „Netzwerkdurchsetzungsgesetzes“ (NetzDG)?

Seit dem 1. Januar ist das NetzDG in Kraft (ein Kommentar von Kevin Hoffmann zum Thema) und die Befürchtungen der KritikerInnen scheinen sich zu bewahrheiten: Soziale Netzwerke sind dazu angehalten, bestimmte Posts unmittelbar zu löschen. Andernfalls drohen hohe Geldstrafen.

Nun wurden auch einige Bilder der Straßenkünstlerin zensiert. Es handelt sich nach Aussage der Künstlerin um Bilder, die „gegen kein Gesetz der Welt verstoßen“. Das stieß eine Debatte an, ob denn Freiheit im Netz überhaupt gegeben sei.

„Über das Löschen von Beiträgen entscheiden irgendwelche Angestellte von privaten Firmen im Auftrag von Facebook und Instagram, die im Schnellverfahren entscheiden und nicht einmal irgendwelche Gründe für das Löschen nennen. Ich sehe die Freiheit im Internet dadurch mehr als nur bedroht, sie wird aus meiner Sicht dadurch ruiniert“, so Barbara.

Entschuldigung von Facebook: versehentlich gelöscht

Der Beitrag zur Debatte wurde tausendfach geteilt und kommentiert – die Reaktionen waren Unverständnis und Empörung. „Und andersrum wird jede gemeldete rechte Hetze nicht gelöscht, weil sie angeblich nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstößt!“, meint ein Facebook-Nutzer, und damit ist er nicht allein.

Wenige Tage später darf Barbara mit einer Entschuldigung von Facebook ihre Kunst wieder veröffentlichen. In ihrem Statement verdeutlicht sie: Es war wohl ihre Reichweite, die sie jetzt vor Zensur geschützt habe. Kleinere KünstlerInnen mit weniger medialem Rückhalt seien der Willkür der Löschzentren, deren Vorgehen unnachvollziehbar bleibt, weiterhin ausgeliefert.