Tausende erschienen zur Demonstration – rechtes Bündnis organisierte Gegenkundgebung.

Am 2.2 und 3.2 gab es in Cottbus Kundgebungen und Demonstrationen von Geflüchteten und eine Gegendemonstration des Vereins „Zukunft Heimat“, der mit Pegida, AfD und der Identitären Bewegung zusammen arbeitet. Das Bündnis „Cottbus Nazifrei“ und organisierte Geflüchtete mobilisierten für ein friedliches Zusammenleben und gegen Hass und Gewalt. Wir berichten über die Ereignisse.

Freitag 2.2.

Am Freitag um 15:30 haben sich Geflüchtete und kurdische Menschen gegen Faschismus und für Solidarität mit dem kurdischen Kanton Afrin in der Cottbuser Innenstadt versammelt. Sie sprachen sich gegen den faschistischen Einmarsch der Türkei in Rojava aus und für ein solidarisches Miteinander in Cottbus.

Schon in dem Aufruf der migrantischen InitiatorInnen hieß es „Wir sind verpflichtet, wenigstens das Leid von den Syrern, die immer noch in Syrien leben, bekannt zu machen.“
Mit der Kundgebung wurde auch auf den Zusammenhang zwischen Kriegen, hinter denen geopolitische Konflikte stehen, wie in Syrien und den Millionen Flüchtlingen auf der Welt aufmerksam gemacht.

Samstag 3.2.: „Für ein Leben ohne Hass“

Am Tag darauf vereinigten sich zwischen 1.500 und 2.000 DemonstrantInnen in der Altstadt Cottbus und zogen unter dem Motto „Leben ohne Hass“ durch die Innenstadt. Geflüchtete verteilten weiße Rosen und weiße Luftballons als Zeichen für Frieden und Gleichberechtigung. Da sich AfDler und Mitglieder der Identitären Bewegung zu Beginn auf der Anfangskundgebung befanden, hatte sich der Beginn der Demonstration verzögert. Die Polizei war nicht bereit, die ungebeten Gäste des Platzes zu verweisen, sodass die DemonstrantInnen selbst in vielen Diskussionen deutlich machten, dass es keinen Platz für Rassisten gäbe.

Ein Redner des Solidaritätsnetzwerks Cottbus betonte: „Selbstverteidigung ist ein Recht für jeden! Aber Selbstverteidigung ist nicht der ständige Terror gegen MigrantInnen! Selbstverteidigung ist auch nicht nur, sich zu verteidigen, wenn man mit einem Messer angegriffen wird! Selbstverteidigung heißt, dass sich die MigrantInnen gegen die ständigen Anfeindungen zur Wehr setzen! Selbstverteidigung heißt, dass Frauen Widerstand leisten gegen die tagtägliche Gewalt durch Männer, der sie ausgesetzt sind! Selbstverteidigung heißt auch Widerstand zu leisten gegen Ungerechtigkeiten, wie niedrige Löhne, unausgezahlte Löhne oder die angekündigte Räumung einer neunköpfigen armen Familie aus dem Cottbusser Stadtteil Gallinchen. […] Heute sehen wir hier die ersten Schritte auf dem Weg dieser Selbstverteidigung!“

Die Pressesprecherin der Initiative „Cottbus schaut hin“ wies auf die Pläne der verschiedenen faschistischen Organisationen in der Region hin: „Ein braunes Bündnis aus Zukunft Heimat, AfD, Identitären und rechten Hooligans organisiert eine Bewegung mit dem vorläufigen Ziel der Herstellung einer national befreiten Zone. Die Zeit für Verharmlosungen ist vorbei! Hinter dieser Formel verbirgt sich nichts anderes als das Durchdringen sämtlicher gesellschaftlicher Sphären mit der faschistischen Ideologie.“

Nach Abschluss der Demonstration trafen sich um 14:00 mehr als 2000 DemonstrantInnen, die lautstark „Wir sind das Volk“ und „Widerstand“ skandierten. Der rassistische Verein „Zukunft Heimat“ hatte zu der Gegendemonstration aufgerufen. Unter anderem sprach Lutz Bachmann für Pegida dort und lobte den Sieg der AfD bei der Bundestagswahl. Auch hier gab es noch Protest von etwa 200 Jugendlichen in der Nähe der Auftaktkundgebung.

Die Situation in Cottbus ist sein Jahren angespannt und dieses Jahr hat bereits mit mehreren Übergriffen gegen Geflüchtete begonnen. Aber auch Geflüchtete haben ein deutsches Ehepaar angegriffen. Perspektive Online berichtete.