Pilotprojekt soll mit Hilfe eines „intelligenten Kamerasystems“ die Kriminalität in der Stadt Mannheim bekämpfen.

Der „Mannheimer Weg 2.0“ – so heißt das neue Überwachungsprojekt, das nun in Mannheim starten soll. Dazu wurden 71 Kameras an 28 Standorten in der Innenstadt installiert. Diese sollen nun das Zentrum überwachen und dann mit Hilfe eines vom Karlsruher „Fraunhofer-Institut“ entwickelten Computerprogramms ausgewertet werden.

Das Besondere an dem Programm ist sein programmierter „selbstlernender“ Algorithmus. D.h. das Programm kann nicht nur mit eingespeicherten Mustern arbeiten, sondern soll im Einsatzzeitraum auch neue Muster erkennen und bestehende verbessern.

Die Software soll so „hektische und untypische Bewegungen“ erkennen, diese dann als Gefahr einstufen und im polizeilichen Lagezentrum einen Alarm auslösen. Daraufhin soll dann ein Polizeibeamter die Bilder sichten und im Bedarfsfall einen Polizeieinsatz auslösen. Als „hektische und untypische Bewegungen“ sollen etwa Schlagen, Rennen oder Fallen von der Software erkannt und gemeldet werden.

Das System soll in Mannheim zunächst am Bahnhofsvorplatz, dem Paradeplatz, dem Marktplatz, in der Breite Straße und dem Alten Messplatz eingesetzt werden. Dabei sollen Schilder auf das System hinweisen. Die Aufnahmen sollen laut Polizei ohne Ton gefertigt werden und nach 732 Stunden (also ca.30 Tagen) gelöscht werden. Der Einsatz einer Gesichtserkennungssoftware wie bei einem Testlauf am Berliner Bahnhof Südkreuz ist hingegen nicht geplant.