Geflüchtete zerschlugen Fenster, als Behörden ihre Kühlschränke beschlagnahmten

Am Mittwochabend kam es zu heftigen Auseinandersetzungen im bayrischen Ort Waldkraiburg. Auf Anweisung der bayrischen Regierung wurden die Kühlschränke der Geflüchteten aus der Aufnahmestelle entfernt – woraufhin sich zahlreiche Geflüchtete zur Wehr setzten. Zeugenberichten zufolge wurden sowohl Mobiliar als auch Flaschen aus Fenstern geworfen, währenddessen Hundertschaften aus ganz Bayern nach Waldkraiburg ausrückten.

Mindestens drei Verletzte

Die Auseinandersetzungen zwischen Geflüchteten und Polizei dauerten vom Mittwochnachmittag bis in die frühen Morgenstunden des heutigen Donnerstags. Nachdem eine 24jährige Bewohnerin daraufhin gemeinsam mit anderen MitbewohnerInnen die Behörde nicht fortfahren lassen wollte und für Unruhe sorgte, forderten Beamte vor Ort Verstärkung aus dem ganzen Bundesland an.

Die junge Frau sollte zunächst in eine andere Einrichtung verlegt werden. Im Rahmen der Auseinandersetzung um dieses Thema habe sich die Stimmung immer weiter aufgeheizt, und es sollen sowohl Flaschen als auch Steine auf BeamtInnen geworfen worden sein, bis die 24-Jährige schließlich in Gewahrsam genommen wurde. Im Anschluss an darauffolgende Proteste und Auseinandersetzungen stürmten mehrere Hundertschaften das Gebäude – mindestens drei Menschen wurden im Laufe des Einsatzes verletzt.

„Reine Schikane“

In sozialen Netzwerken empören sich zahlreiche NutzerInnen. Neben rechten und menschenverachtenden Aussagen, die sich gegen die Geflüchteten richten, dominieren vor allem solche Beiträge, die entsetzt auf die Schikane der Einsatzkräfte hinweisen: „Jeder Mensch, der auch nur ein bisschen Zeit in einer solchen Erstaufnahmeeinrichtung verbracht hat, weiß, was Kühlschränke und Autonomie beim Essen dort bedeuten. Immer, und im Ramadan gleich dreimal. Totaler Schwachsinn oder totale Schikane“, schreibt ein Nutzer.

Die Begründung der bayrischen Regierung dafür, dass die Kühlschränke überhaupt entfernt wurden, war das „Horten von Lebensmitteln“. Anderslautend veröffentlichte die Polizei Oberbayern Süd am heutigen Vormittag, dass es sich um „illegale Kühlschränke“ gehandelt haben soll.