Heftige Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und Militär in Harare

Die Regierungspartei Simbabwes, „ZANU-PF“ (The Zimbabwe African National Union – Patriotic Front) erlangte bei den Wahlen Ende Juli die absolute Mehrheit im Parlament mit 144 Sitzen, die sozialdemokratische Oppositionspartei „Bewegung für demokratischen Wandel“ (MDC) kam nach Teilauszählungen auf 61 Sitze. Hunderte Menschen protestierten daraufhin in der Hauptstadt Harare wegen Wahlbetrugs – auch Beobachter der EU teilen diese Meinung und verurteilen die Wahl als unfrei.

Proteste eskalierten

Nachrichtensender Simbabwes berichten, dass die Proteste in Harare eskalierten, als die Armee das Feuer auf die Demonstrierenden eröffete. In Polizeiberichten ist von drei Toten die Rede, Tendai Biti, Politiker der Oppositionspartei MDC spricht außerdem von vier Menschen, die durch Schüsse verletzt wurden. Neben scharfer Munition wurden gegen die Protestierenden auch Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt. Oppositionelle setzten sich zur Wehr, indem sie Autoreifen anzündeten und mit Steinen warfen.

Opposition erklärt Wahl für gewonnen

Die Bewegung für demokratischen Wandel selbst distanzierte sich öffentlich von der Gewalt, mit der ihre Anhänger gegen den Wahlbetrug demonstrierten. Allerdings hat Nelson Chamisa, Präsidentschaftskandidat der MDC, das bisherige Wahlergebnis ebenfalls nicht anerkannt. Er plädiert auf Wahlbetrug und wiederholt gab er auf twitter den Wahlsieg seiner eigenen Partei bekannt.