Die Bewegung gegen die Regierungspolitik und Präsident Macron geht seit drei Monaten jeden Samstag in ganz Frankreich auf die Straßen. Am 14. Aktionstag waren wieder mehrere zehntausend DemonstrantInnen dabei. In Rouen fuhr ein Auto absichtlich in eine Gruppe von DemonstrantInnen und verletzte drei Personen schwer.

Am 17. November des vergangenen Jahres begannen in Frankreich die Proteste der Gelbwesten, die sich an Plänen der Regierung zur Erhöhung der Treibstoffsteuer entzündet hatten. An diesem Samstag fanden zum vierzehnten Mal in Folge Demonstrationen in ganz Frankreich statt, darunter in der Hauptstadt Paris sowie in Marseille, Bordeaux und Straßburg. 41.500 Menschen beteiligten sich nach den offiziellen Angaben des Staates, womit die Teilnehmerzahl gegenüber den vergangenen Wochen nachgelassen hätte.

In Paris waren in dieser Woche laut Medienberichten mehrere tausend Menschen auf den Straßen. Die Berichterstattung spricht davon, dass es diesmal friedlich zugegangen sei. Der Zuspruch in der französischen Bevölkerung sei jedoch zurückgegangen. Erstmals hätte sich in einer Umfrage eine Mehrheit für ein Ende der Gelbwesten-Aktionen ausgesprochen. Zur Untermauerung dieses Stimmungsbildes zeigte das ZDF in der Heute-Sendung Interviews – allerdings vor allem mit genervten Ladenbesitzern und PassantInnen in der Pariser Innenstadt: Eine Frau beschwert sich über „Unmengen an Bereitschaftspolizei“ und „jeden Samstag Tränengas“. Bilder von gesperrten Straßen, verwaisten Bushaltestellen und geschlossenen Metro-Stationen dokumentieren den Ausnahmezustand. Ein Geschäftsmann spricht von 30 Prozent Umsatzeinbußen. Ob der Staat hierfür einspringe, wisse er nicht. Ein Demonstrant erklärt dagegen, er habe nicht eine einzige Demonstration verpasst und sei fest entschlossen, weiterzumachen. Gegenüber Spiegel Online äußert er:  „Ich war bei zwölf der 14 Male dabei. Ich halte dieses verfaulte System nicht mehr aus.“.

Das Bild vom friedlichen Samstag zerstörte in der nordfranzösischen Stadt Rouen ein Autofahrer, der laut Augenzeugenberichten absichtlich in eine Gruppe von Gelbwesten fuhr. Zuvor habe er die DemonstrantInnen angeschrien und bespuckt. Bei dem mutmaßlichen Anschlag seien mindestens drei Menschen schwer verletzt worden. Eine Person schwebe in Lebensgefahr.

 

Anlässlich ihres dreimonatigen Bestehens wollen die Gelbwesten am kommenden Sonntag erneut demonstrieren.

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