Seit Monaten gehen Jugendliche auf die Straße, um für ihre Zukunft zu streiken. Dabei kämpfen sie gegen Politik und Konzerne an, die ihnen versuchen, Steine in den Weg zu legen. Aber auch innerhalb der Bewegung haben die Jugendlichen GegnerInnen, die versuchen, die Proteste der SchülerInnen zu missbrauchen. – Ein Kommentar von Max Rose

Vor kurzem erschien ein Forderungspapier von „Fridays for Future“, das unter anderem einen Kohleausstieg für das Jahr 2030 vorsieht und eine CO2-Steuer. Doch viele Mitglieder der verschiedenen Ortsgruppen von Fridays for Future (FFF) scheinen gegen diese Forderungen zu rebellieren und erkennen sie nicht an.

So gibt es gegen diese Forderungen aus Berlin den Vorwurf, dass sie als verlängerter Arm der Partei der Grünen dienen und für den Wahlkampf missbraucht würden. In starker Kritik steht vor allem die CO2- Steuer, die auf Produkte erhoben werden soll, die während ihrer Produktion CO2 verursacht haben. Ein Aktivist aus Köln bezeichnete diese als „unsozial und heuchlerisch“. Die Steuer würde vor allem die ärmsten Teile der Gesellschaft treffen und die Konzerne verschonen – so die Kritik.

Streiken alleine reicht nicht!

Auch das Jahr 2030 als gefordertes Datum für den vollendeten Kohleausstieg wird von Vielen kritisiert und als zweiter Verrat nach dem Ergebnis der Kohlekommission mit dem Ausstiegsdatum 2038 gesehen. So fordern die AktivistInnen von Fridays for Future Bremen einen Kohleausstieg für ihre
Region bis spätestens 2020. Fridays for Future Köln fordert sogar den sofortigen Ausstieg aus der Kohle.

Auch ansonsten sind die Forderungen von vielen Ortsgruppen um vieles weitreichender als die in der Presse präsentierten aus Berlin. So fordern viele Ortsgruppen von Fridays for Future etwa autofreie Großstädte und einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr.

Auch machen sich viele Ortsgruppen Gedanken zur künftigen Energieversorgung. So wurde in einer Rede von Fridays for Future Rhein-Sieg nicht nur der sofortige Kohleausstieg gefordert, sondern auch beschrieben, wie die künftige Stromversorgung aussehen soll. Hierbei fordern die AktivistInnen nämlich einen Bruch mit der rein zentralisierten Energiegewinnung hin zu dezentralisierter erneuerbarer Energiegewinnung.

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Es bleibt also zu sagen, dass die FFF-Bewegung keine einheitlichen Forderungen hat. Gleichzeitig unterscheiden sich die einzelnen Städte in ihren zum Teil radikaleren Begehren auch nur unwesentlich. Auch haben einige Ortsgruppen bereits angekündigt, nun eigene Forderungen aufstellen zu wollen, die sich von den bisher in der Öffentlichkeit bekannten unterscheiden.