Im vergangenen Herbst starb der junge Amad A. an den Folgen eines Brandes in einer Zelle in Kleve, in der er unrechtmäßig festgehalten wurde. Schon kurz nach Bekanntwerden des Todes verstrickten sich die Behörden in Widersprüche, was die Haft- und Brandumstände anbelangt. Nun ist bekannt geworden, dass die Datensätze, die zur Verhaftung führten, nachträglich verändert wurden.

Nach drei Monaten Haft entflammte in Amad Ahmads Zelle ein Feuer, an dessen Folgen er zwei Wochen später verstarb. Ähnlich wie im Fall von Oury Jalloh gingen die Ermittelnden von Selbstmord aus und kommunizierten dies auch gegenüber der Öffentlichkeit. Schon einen Tag später wurden jedoch Protokolle öffentlich, die diese Darstellung gänzlich unglaubwürdig machten.

Seitdem kämpfen Initiativen um eine Aufklärung der Umstände, unter denen Amads A.s Leben beendet wurde, wie auch um einen angemessenen Umgang mit den beteiligten BeamtInnen. Denn neben dem Brand an sich kam es auch bei der Verhaftung schon zu zahlreichen Ungereimtheiten.

Bislang war die Rede von einer „Verwechslung“: Amad A. soll verhaftet worden sein, da ein Mann aus Mali, gegen den ein Haftbefehl in Hamburg vorlag, unter dem selben Namen geführt wird. Nach Informationen von Monitor kann aber auch diese Darstellung nicht der Wahrheit entsprechen. Laut einer Aussage des LKA Hamburg hätte kein Haftbefehl für einen Amad A. ersichtlich sein können.

Ergänzend gibt es Hinweise auf eine nachträgliche Veränderung der Daten. Denn erst drei Tage nach der Verhaftung wurde der Mann aus Mali, mit dem die angebliche Verwechslung stattfand, im polizeilichen Datensatz mit dem Namen „Amed Amed“ verknüpft. Eine von Monitor zu der Angelegenheit befragte IT-Expertin, Annette Brückner, erklärte, dass sie von „vorsätzlicher Manipulation“ ausgehe.