Der Paketmarkt blüht: seit 2007 ist die Zahl der Beschäftigten um über 50% gestiegen. Doch gleichzeitig verdienen die ArbeiterInnen immer weniger Geld.

So ist der mittlere Bruttolohn von 2007 bis 2017 um 13% gefallen – von 2.859 auf 2.478 Euro brutto. Im gleichen Zeitraum stiegen in der Gesamtwirtschaft die Vergleichslöhne um 23,7%. Das geht aus einer Anfrage der Linkspartei hervor, über die RP Online berichtet.

Gleichzeitig stieg die Zahl der ArbeiterInnen, die in dem Logistik-Bereich der Paketzustellung arbeiten: von 102.000 Personen (2007) auf 155.000 Personen (2017). Auch der Umfang der Arbeit erhöhte sich stark. So beförderten die fünf größten Paketdienstleister DHL, DPD, Hermes, UPS und GLS im Jahr 2017 rund 2,7 Milliarden Kartons. Gegenüber 2010 war das ein Zuwachs von rund 570 Millionen Sendungen.

Die Realität könnte noch düsterer aussehen

Dabei sind in der Statistik ausländische Subunternehmen noch nicht einmal erfasst. Diese arbeiten oft im Auftrag von  Großkonzernen wie DHL, GLS, Hermes oder DPD.

Erst kürzlich wurden bei einer bundesweiten Razzia miserable Arbeitsbedingungen festgestellt: Lohndumping, Schwarzarbeit, Arbeiten ohne Arbeitserlaubnis oder Führerschein sind die Realität in diesen Subunternehmen. Fast jede/r Fünfte erhielt noch nicht einmal dem Mindestlohn.

Jede/r fünfte PaketzustellerIn wird um den Mindestlohn betrogen


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