Der 1. Mai ist der internationale Kampftag der ArbeiterInnenklasse. Aus diesem Grund waren gestern in unzähligen Ländern Millionen Menschen auf den Straßen, um gegen Ausbeutung und für eine Gesellschaft jenseits des Kapitalismus zu kämpfen. Wir berichten über Aktionen aus Istanbul, Rojava, Paris, Athen, Zürich und Manila.

Istanbul

Wie in den vergangenen Jahren war es den Menschen auch in diesem Jahr vom türkischen Staat verboten worden, den 1. Mai auf dem zentralen Instanbuler Taksim-Platz zu begehen. Bereits am Vortag wurde der Platz weiträumig abgesperrt. Mehr als 120 Menschen wurden bei zahlreichen Versuchen, trotzdem auf den Platz zu kommen, mit Gewalt festgenommen.

Zehntausende versammelten sich parallel dazu im Bezirk Bakirköy zur zentralen 1. Mai-Kundgebung, darunter zahlreiche revolutionäre Parteien, Organisationen und Gewerkschaften.

Rojava

Auch in Rojava fanden in zahlreichen Städten Kundgebungen und Feierlichkeiten statt. Hier standen die Aktionen unter dem Motto „Wir werden das Besatzungssystem zerschlagen“.

Doch auch an diesem Tag gab es in Rojava Bombardierungen durch die Türkei und einen Selbstmordanschlag durch islamistische Terrorgruppen.

Paris

In Paris versammelten sich mehrere zehntausend Menschen. Neben den Gewerkschaften hatten auch die Gelb-Westen zu den Protestaktionen aufgerufen. Im Laufe des Tages kam es zu massiven Auseinandersetzungen mit der Polizei, welche die DemonstrantInnen mit Tränengas angriff. Mehr als 220 Menschen sollen allein in Paris festgenommen und mehr als 10.000 sollen im Vorhinein von der Polizei kontrolliert worden sein.

Auch in anderen französischen Städten gab es große Demonstrationen, so etwa in Toulouse, Grenoble, Lyon und Marseille.

Der 1. Mai ist auch unser Tag! – Lisa Alex

Athen

Am 1. Mai streikten in Athen die ArbeiterInnen der öffentlichen Verkehrsmittel. So fuhren fast keine Busse, U-Bahnen und Fähren. Im Zentrum von Athen fanden parallel drei große Demonstrationen der verschiedenen Gewerkschaften, sozialistischen und anarchistischen Organisationen statt.

Zürich

In Zürich beteiligten sich rund 16.000 Menschen an der örtlichen 1. Mai-Demonstration. Rund 3.000 versammelten dabei in einem revolutionären Block unter dem Motto „Für ein revolutionäres Klima“.

Im Laufe des Tages wurde hier auch noch das französische Konsulat von einer Gruppe vermummter DemonstrantInnen in gelben Westen mit Farbe angegriffen. Diese Aktion wurde als Solidaritätsbotschaft mit der Bewegung in Frankreich durchgeführt.

Manila

In der Hauptstadt der Philippinen versammelten sich tausende Menschen vor dem Präsidentenpalast, um für ihre Rechte einzustehen. Die DemonstrantInnen forderten vor allem eine Erhöhung des Mindestlohns und die Ausstellung rechtlich bindender Arbeitsverträge. Bei der Protestaktion wurde auch eine Figur, die den Präsidenten darstellen sollte, verbrannt.