In ganz Brasilien haben gestern ArbeiterInnen ihre Büros und Fabriken verlassen und sind stattdessen auf die Straßen gegangen. Vielfach wurden Autobahnen mit brennenden Barrikaden blockiert. Wichtiger Protestgrund ist die geplante massive Erhöhung  des Renteneintrittsalters durch den rechten Präsidenten Bolsonaro.

Busse und Züge fielen aus, Schulen und Universitäten blieben geschlossen, Betriebe wurden bestreikt – am Freitag haben in Brasilien Zehntausende die Arbeit niedergelegt.

Um den Generalstreik durchzusetzen, wurden vielfach Barrikaden erreichtet, die den Verkehr stoppten. Dabei wurden oftmals Autoreifen in Brand gesteckt. In mehren Städten kam es im Laufe des Tages auch zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und DemonstrantInnen.

Protest gegen Politik für das Kapital

Der Generalstreik richtet sich gegen die unternehmerfreundliche und rechtsgerichtete Politik des Präsidenten Jair Bolsonaro. Er will unter anderem das Renteneintrittsalter drastisch erhöhen:

Bisher können viele Brasilianer nach 30 bis 35 Beitragsjahren in Rente gehen. Das bedeutet, dass viele von ihnen bei Rentenantritt erst 50 oder 55 Jahre alt sind. Nun soll das Renteneintrittsalter für Männer auf 65 Jahre und für Frauen auf 62 Jahre ansteigen. Ebenfalls soll die Rente auf die Zugehörigkeitsdauer in einem Betrieb begrenzt werden.

Doch nicht nur die Rentenreform treibt die Menschen auf die Straße. Bereits Anfang Juni protestierten im ganzen Land über eine Million Menschen gegen die Bildungsreform von Bolsonaro. Aus diesem Grunde schlossen sich gestern auch viele SchülerInnen und Studierende dem Generalstreik an.