Nach unzähligen Drohungen der Schulministerien sind nun erstmals Bußgelder gegen streikende SchülerInnen verhängt worden.

Erstmals ist nun die Verhängung von Bußgeldern wegen der Beteiligung von SchülerInnen an den wöchentlichen Schulstreiks der „Fridays for Future“-Bewegung bekannt geworden. Getroffen hat es vier Familien im baden-württembergischen Mannheim.

Die SchülerInnen besuchen alle das Geschwister-Scholl-Gymnasium im Mannheimer Stadtteil Vogelstang. Nun sollen sie jeweils für das Fehlen in zwei Schulstunden am 24. Mai diesen Jahres 88,50 € zahlen.

Laut dem zuständigen Regierungspräsidium Karlsruhe seien die SchülerInnen nicht im Vorhinein vom Unterricht abgemeldet worden oder befreit gewesen. Zudem sollen die KlassenlehrerInnen schriftlich über die Konsequenzen für unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht und den Verstoß gegen die Schulpflicht informiert haben.

Streiken alleine reicht nicht!

„Wie kann eine Schule, die sich nach Sophie und Hans Scholl benennt, so mit Kindern umgehen, die sich politisch interessieren und engagieren?“, fragen die Eltern in einem anonymen Brief an die Tageszeitung Mannheimer Morgen. Die Geschwister Scholl wurden bekannt als Mitglieder der „Weißen Rose“, einer Gruppe, die während des Zweiten Weltkriegs im Widerstand gegen die faschistische Diktatur aktiv war.

Seit Monaten gehen jede Woche freitags zehntausende Jugendliche für einen konsequenteren Klima- und Umweltschutz auf die Straße. Oftmals beteiligten sich ganze Schulklassen mit ihren LehrerInnen oder Familien an den Protesten.

Am kommenden Freitag wollen die OrganisatorInnen der „Fridays for Future“-Demonstration Spenden sammeln, um gemeinsam die Bußgelder zu bezahlen.