Arbeitshetze, Outsourcing und miserable Bezahlung sind Standard beim Personal der „sozialen“ Hochschule Alice-Salomon in Berlin. Nun wehren sich die Reinigungskräfte dagegen.

Mit einem Interview über die Arbeitsbedingungen kam die Situation der Reinigungskräfte der Alice-Salomon Hochschule (ASH) in Berlin-Hellersdorf vor wenigen Wochen erstmals an die breite Öffentlichkeit. Die beiden Reinigungskräfte Dora (52 Jahre) und Galyne (42 Jahre) berichten dort über massive Probleme an ihrem Arbeitsplatz.

Befristung und Outsourcing

Die Reinigungskräfte der Alice-Salomon Hochschule sind nicht direkt bei der Hochschule angestellt, sondern bei einer Firma für „Gebäudedienstleistungen“, an welche die Hochschule die Reinigungsarbeiten ausgegliedert (outgesourct) hat. Dora und Galne sind so bei der Firma Peter Schneider angestellt, die einen ihrer 15 Standorte in Berlin hat.

Die Reinigungsfirma hat zwar einen langfristigen Vertrag mit der Hochschule, die dort eingesetzten Reinigungskräfte bekommen jedoch lediglich einen auf sechs Monate befristeten Vertrag, der in der Regel nicht verlängert wird. Danach werden sie mit einem neuen Vertrag an einer anderen Stelle eingesetzt. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu falschen Abrechnungen der Firma, so dass den Arbeiterinnen nicht ihr vereinbarter Lohn ausgezahlt wird. Parallel dazu sind die Löhne der ArbeiterInnen so gering, dass sie nicht zum Leben reichen. So müssen die Arbeiterinnen ihren monatlichen Lohn von knapp 600-700 Euro mit Hartz IV aufstocken.

7 Minuten pro Seminarraum

Gleichzeitig klagen die Betroffenen über eine massive Arbeitshetze. So müssten etwa ganze Stockwerke in nur vier Stunden komplett gereinigt werden. Rechnerisch bleiben damit lediglich sieben Minuten Reinigungszeit pro Seminarraum übrig. Früher wurde diese Arbeit in sechs Stunden erledigt. Es scheint logisch, dass die Arbeit so kaum vernünftig erledigt werden kann und mit enormem Stress verbunden ist.

Solidarität mit den Reinigungskräften

Mittlerweile gibt es in Berlin in breite Unterstützung und Solidarität mit den Reinigungskräften der Hochschule. Mit zahlreichen Solidaritätserklärungen und einer Petition werden die Arbeiterinnen und ihr Kampf unterstützt.

Die Petition „Für gute Arbeitsbedingungen in der Reinigung an der Alice Salomon Hochschule Berlin“ fordert unter anderem die Beendigung des Outsourcings und der unbefristeten Arbeitsverträge, sowie die Erhöhung der Stundenanzahl und der Löhne der Reinigungskräfte.