Die Software zur Gesichtserkennung nimmt eine immer größere Rolle bei der öffentlichen Überwachung ein. Doch sie ist oftmals sehr fehlerhaft: In einem kürzlich durchgeführten Test stimmte bei der Amazon-Software „Rekognition“ einer von fünf kalifornischen Abgeordneten mit Fotos von Personen überein, die festgenommen worden waren.

Die Bürgerrechtsorganisation „American Civil Liberties Union“ hat kürzlich einen Test an Abgeordneten im US-Bundesstaat Kalifornien durchgeführt. Dabei wurden Fotos der Gesetzgeber mit einer Datenbank von 25.000 öffentlich verfügbaren Fotos von Personen verglichen, die schon einmal verhaftet worden waren.

Als Programm wurde das von Amazon entwickelte „Rekognition“ eingesetzt. Das Ergebnis ist bezeichnend: Einer von fünf Gesetzgebern wurde fälschlicherweise für einen Festgenommen gehalten.

Letztes Jahr hat die Software in einem ähnlichen Experiment, das mit Fotos von Kongressmitgliedern durchgeführt wurde, irrtümlicherweise 28 Bundesabgeordnete mit Fahndungsfotos vertauscht.

Dennoch plant die kalifornische Polizei, solche Software bei Kameras, die Polizisten am Körper tragen („Bodycams“) einzusetzen. Damit sollen Personen, mit denen die Polizei in Kontakt kommt, sofort erkannt werden können.

Gesichtserkennung zur Ausforschung der linken Bewegung

Derzeit können lokale Polizeibehörden in Kalifornien individuell entscheiden, ob sie die Software einsetzen. Die Städte New Hampshire und Oregon haben den Einsatz bereits verboten. Ein neu eingebrachtes Gesetz fordert, dieses Verbot auf den ganzen Bundesstaat auszudehnen. Selbst der weltgrößte Hersteller von Bodycams „Axon“ lehnt den Einsatz von Gesichtserkennung derzeit ab.

In Deutschland setzt die Bundespolizei bereits Bodycams ein. Eine Gesichtserkennungssoftware ist noch nicht aktiviert. Doch das könnte einfach nachgeholt werden: Schon heute werden alle Aufnahmen der Bundespolizei auf Amazon-Servern gespeichert. Eine Software zum Abgleich mit Datenbanken hinzuzufügen, ist schnell möglich.