Im letzten Oktober demonstrierten über 240.000 Menschen in Berlin unter dem Banner des Bündnisses „Unteilbar“. Sie setzen sich gegen den erstarkenden Rechtsruck ein. Nun, kaum ein Jahr später, soll sich dieses Ereignis wiederholen – dieses Mal in Dresden.

Wer ist „Unteilbar“?

„Unteilbar“ ist ein breites Bündnis aus verschiedenen Organisationen und Einzelpersonen. Es setzt sich offen gegen den Rechtsruck und für die Rechte von MigrantInnen und Geflüchteten ein. Dabei belässt es das Bündnis allerdings nicht: Auf den Kundgebungen der Demonstration letzten Jahres wurden noch viele andere gesellschaftliche Probleme kritisiert, darunter Sexismus, Pflegenotstand und Mietwucher. Die Ergebnisse wurden im Nachhinein zusammen getragen und in einer gemeinsamen „Streitschrift“ veröffentlicht.

Unteilbares Land

Die anstehende Demonstration in Dresden ist nicht die Erste, zu der das Bündnis aufruft. Schon im letzten Oktober hatte der Zusammenschluss zu einer bundesweiten Demonstration in Berlin aufgerufen. Damals erwartete es circa 40.000 Menschen. Mit der dann tatsächlichen Teilnehmerzahl von rund 240.000 Menschen wurde die Demonstration zu einer Größten, die in den letzten zwei Jahrzehnten in Deutschland statt gefunden hat.

Doch auch seit letztem Oktober stand das Bündnis bei weitem nicht still. Die Initiative „Wannwennnichtjetzt“ organisierte eine Konzert- und Marktplatz-Tour durch mehrere Städte in Thüringen, Brandenburg und Sachsen – auch, um für die anstehende Demo in Dresden zu werben. Außerdem organisierte das gesamte Unteilbar-Bündnis im Juli eine Demonstration in Leipzig mit 7.500 TeilnehmerInnen. Zusätzlich dazu veröffentlicht es einen regelmäßigen Podcast.

240.000 Menschen bei „#unteilbar-Demo“ in Berlin

Warum nun Dresden statt Berlin?

„Der Rechtsruck zeigt sich in Sachsen stärker als in Berlin“, äußerte sich Maximillian Becker, ein Sprecher des Unteilbar-Bündnisses, gegenüber der Zeitung Neues Deutschland. Der Grund, warum man sich dieses Mal für die konservativ geprägte sächsische Landeshauptstadt entschieden habe, bestehe darin, ein klares Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

Bereits 2009, als sich das Bündnis „Dresden Nazifrei“ gründete, ist es schon einmal gelungen, ein solches Zeichen zu setzen. Damals marschierten Nazis einmal jährlich in Dresden auf, um anlässlich der Bombardierung Dresdens im zweiten Weltkrieg zu demonstrieren. Diese Demonstrationen konnten in den Jahren 2010 und 2011 erfolgreich durch das Bündnis und die anderen DemonstrationsteilnehmerInnen blockiert werden. In den folgenden Jahren fanden sie nicht mehr statt.

Die Solidarität, mit der sich die Menschen damals gemeinsam gegen Rechts stellten, will man nun wieder aufleben lassen: Die Demonstration solle nicht nur als einmalige Veranstaltung wahrgenommen werden, sondern laut Becker eine weitere Motivation sein, auch die solidarischen Kräfte im gesamten Bundesland zu vernetzen.

Rund 300 Personen und Organisationen aus Sachsen und dem Bundesgebiet haben den Aufruf unterschrieben. Für die Demonstration sind rund 15 Blöcke geplant, darunter ein Bündnis-Block, ein „wannwennnichtjetzt“-Block und auch ein Block kirchlicher Organisationen. Die VeranstalterInnen rechnen mit mehreren zehntausend TeilnehmerInnen. Dem Bündnis zufolge seien bereits 50 Busse aus dem ganzen Bundesland organisiert. Zusätzlich werden aus Berlin etwa 1.700 Menschen erwartet, die mit zwei Sonderzügen nach Dresden fahren werden.

Auf der Abschlusskundgebung wird es neben Redebeiträgen auch künstlerische Beiträge geben, unter anderem von der Band „Silbermond“ und den Rappern Max Herre und Megaloh. Stattfinden wird das Ganze am Samstag, 24. August, unter dem Motto „Unteilbar- Solidarität statt Ausgrenzung“. Dazu trifft man sich um 13:00 Uhr auf dem Altmarkt in Dresden.