AktivistInnen der Kampagne „Rheinmetall entwaffnen“ haben über viele Stunden die Zugänge zur Waffenfabrik im niedersächsischen Unterlüß blockiert.

Seit dem 1. September, dem internationalen Antikriegstag, läuft das Aktionscamp der Kampagne „Rheinmetall entwaffnen“ in Unterlüß. In verschiedenen Workshops, Diskussionsrunden und Seminaren tauschen sich mehrere hundert TeilnehmerInnen über antimilitaristische Inhalte aus und vernetzten sich. Zudem soll das Camp genutzt werden, um eine ganze Reihe von Aktionen gegen die militärische Infrastruktur in der Region durchzuführen. Auch das militärische Übungsgelände der Bundeswehr in Munster war Ziel von Aktionen.

Am Donnerstag und Freitag kam es dann zu verschiedenen Blockaden der vor Ort ansässigen Waffenfabrik der deutschen Firma Rheinmetall. An allen Zufahrtswegen zur Fabrik wurden von den AktivistInnen Barrikaden und Sitzblockaden errichtet. Laut den OrganisatorInnen wurde die längste Blockade bis zu 30 Stunden aufrecht gehalten.

Rheinmetalls Bomben für die Welt

Die AktivistInnen verhinderten so, dass mehrere Schichtwechsel stattfinden konnten bzw. sich stark verzögerten. „Wir haben die Rheinmetall-Rüstungsproduktion für einen weiteren Tag lahmgelegt. Der Rüstungskonzern leistet materielle Hilfe für die von Saudi-Arabien begangenen Kriegsverbrechen im Jemen und die völkerrechtswidrige Besatzung der türkischen Armee im nordsyrischen und ehemals kurdisch verwalteten Kanton Afrin. Rheinmetall ist mitverantwortlich für diese und viele weitere Kriegsverbrechen“, so Ulli Becker, eine Sprecherin der Kampagne „Rheinmetall entwaffnen“ am Freitag.

Laut dem Rheinmetall-Sprecher Oliver Hoffmann soll es angeblich nur zu geringen Auswirkungen durch die Blockaden gekommen sein, da alle Auslieferungen und Termine mit Lieferanten vorher verlegt wurden. Ebenso hätten viele MitarbeiterInnen Urlaub eingereicht oder würden von zu Hause aus arbeiten. Auch wenn es angeblich zu keinen Produktionsausfällen gekommen sein soll, musste auch Hoffmann Beeinträchtigungen durch die Blockaden einräumen.

Am heutigen Samstag wird es noch eine große Abschlussdemonstration in Unterlüß geben.