Die Zahl der Arbeitsunfälle ist in Deutschland weiter auf hohem Niveau. Im vergangenen Jahr starben 730 ArbeiterInnen bei ihrer Arbeit. Zusätzlich wurden mehr als 877.000 Arbeitsunfälle gemeldet.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) veröffentlichte vergangenen Mittwoch in Berlin die aktuellen Zahlen zu Arbeitsunfällen und Arbeitstoten für das Jahr 2018. Die Zahlen zeigen, dass die Zahlen auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den vergangenen Jahren liegen.

Die Zahl der Toten durch Arbeitsunfälle sank im Vergleich zum Jahr 2017 um eine Person auf 730 ab, das macht im Durchschnitt dennoch knapp zwei Tote pro Tag. Dabei splitten sich die tödlichen Unfälle wie folgt auf: 420 geschahen bei direkten Arbeitshandlungen und 310 durch Unfälle auf Arbeitswegen.

Parallel zu den tödlichen Unfällen stieg die Zahl der nicht tödlichen Arbeitsunfälle leicht an. Mit 877.198 lag die Zahl der Arbeitsunfälle um 3.676 (0,42 Prozent) höher als im Jahr 2017. In der Statistik werden jedoch nur solche Unfälle aufgeführt, bei denen die ArbeiterInnen mehr als drei Tage nicht arbeitsfähig sind. Die Anzahl der Unfälle und Verletzungen während der Arbeitszeit dürfte damit real nochmals um ein Vielfaches höher sein. Hinzu kommen zudem 188.527 meldepflichtige Wegeunfälle. 18.107 Menschen mussten aufgrund von Unfällen ihren Beruf aufgeben und bekamen erstmals eine sogenannte Unfallrente ausgezahlt.

Erzieherinnen und Erzieher erkranken häufiger aus psychischen Gründen

Berufskrankheiten werden selten anerkannt

Die aktuelle Statistik zeigt auch, dass viele Berufskrankheiten von den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen nicht anerkannt werden. Nur in 38.005 Fällen von insgesamt 78.384 wurden die Anträge anerkannt und genehmigt. Dies entspricht gerade einmal einer Anerkennungsquote von 48,5 Prozent.

Gleichzeitig umfassen die oben genannte Zahlen nicht die Toten durch Berufskrankheiten. Laut DGUV starben im letzten Jahr 2.435 ArbeiterInnen an den Folgen einer anerkannten Berufserkrankung.

Auch hat sich die Anzahl der Krankentage aufgrund von psychischen Belastungen und Krankheiten seit 2007 mehr als verdoppelt.