Am gestrigen Samstag organisierten in ganz Europa Menschen kleinere und große Protestaktionen gegen den Angriffskrieg des türkischen Staats. Insgesamt waren allein in Deutschland mehrere Zehntausend auf der Straße.

Am Samstag demonstrierten zehntausende Menschen in europäischen Städten gegen den völkerrechtswidrigen Angriff der Türkei auf Rojava. Auch in ganz Deutschland sind Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den Einmarsch zu protestieren. Jeweils 3.000 Menschen protestierten in Hamburg und Hannover, in Frankfurt am Main waren es 4.000. Auch in Paris waren rund 20.000 Menschen auf der Straße. Ebenso wurde in Wien und mehreren Schweizer Städten protestiert.

Schon seit Montag hatte in Köln jeden Abend eine Protestkundgebung linker und kurdischer Kräfte stattgefunden. Dort reisten am Samstag Menschen aus ganz NRW an: mehr als 10.000 Menschen demonstrierten internationale Solidarität.

Deutsche Panzer raus aus Kurdistan!

In Cottbus kamen rund 50 Menschen syrischer, syrisch-kurdischer und deutscher Herkunft zusammen, um gemeinsam gegen den Einmarsch der türkischen Armee in Nordsyrien zu protestieren. Auf mitgebrachten Schildern war unter anderem zu lesen: „Syrien hat keine Kraft mehr“, „deutsche Panzer raus aus Kurdistan“ wie auch die Forderung nach einer neuen syrischen Verfassung. Die Reden wurden auf deutsch, arabisch und kurdisch vorgetragen – ebenso die Parolen der Anwesenden. Eine weitere Kundgebung wird am Montag um 18 Uhr ebenfalls vor der Stadthalle stattfinden.

In Freiburg verbanden die Demonstrierenden den Protest gegen das baden-württembergische Polizeiaufgabengesetz mit dem gegen den türkischen Angriffskrieg. 1.500 Menschen beteiligten sich dort, darunter auch Freiburger Ultras.

Rechte Netzwerke im Staat und auf der Straße bekämpfen

Vielerorts verknüpften die Demonstrierenden ihren Protest gegen den Angriffskrieg damit, den rechten Terror in Deutschland – zuletzt in Halle – anzuprangern. So zum Beispiel in Nürnberg, wo rund 2.000 Menschen dem Aufruf zur Demo „Rechte Netzwerke bekämpfen – im Staat und auf der Straße. Für eine linke Offensive!“ folgten.

Bündnissprecher Yuri Hofer kommentierte die vielfältige Demonstration mit den Worten: „Wir erklären uns solidarisch mit dem Kampf der KurdInnen und allen AntifaschistInnen in der Türkei, denn dass ein Erstarken reaktionärer Kräfte zu Krieg und Unterdrückung führen, zeigt das Regime Erdogans sehr deutlich. Inzwischen machen sich ähnliche Zustände auch in Deutschland breit, denn wie in der Türkei finden sich auch hierzulande faschistische Netzwerke im Militär, und autoritäre Gesetze wie das PAG machen willkürliche Verhaftungen auch in Deutschland möglich!“

Es ist jetzt die Zeit, für die Verteidigung Rojavas auf die Straßen zu gehen!

Am Samstag, 19.10.2019, ist in Köln eine europaweite Demonstration geplant. Es werden Tausende KurdInnen und solidarische Kräfte erwartet.