Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt, und doch haben hunderttausende Menschen keine Wohnung – Tendenz steigend. So waren im Jahr 2018 rund 678.000 Menschen in Deutschland wohnungslos. In Jahr zuvor waren es noch etwa 650.000 Menschen. Grund dafür: immer weniger bezahlbarer Wohnraum und die Verfestigung von Armut.

Das geht aus Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. hervor. Demnach ist die Anzahl Wohnungsloser innerhalb eines Jahres um 4,2 Prozent gestiegen. Bei anerkannten Geflüchteten stieg die Zahl sogar um 5,9 Prozent an, bei Menschen ohne Fluchthintergrund waren es etwa 1,2 Prozent. Unter den hunderttausenden Wohnungslosen sind auch rund 50.000 Kinder und Jugendliche.

Wohnungslose leben in Notunterkünften, bei Freunden oder sind ganz obdachlos. Die Anzahl von Menschen ganz ohne Obdach liegt bei rund 41.000 Menschen.

Werena Rosenke, Geschäftsführerin der BAG Wohnungslosenhilfe sieht klare Ursachen: unzureichendes Angebot an bezahlbarem Wohnraum, die Schrumpfung des Sozialwohnungsbestands und die Verfestigung von Armut.

„Hauptsache, möglichst schnell rausekeln“

Wohnungslose und obdachlose Menschen leiden zusätzlich unter gesellschaftlicher Ausgrenzung und Vertreibung. Erst vor wenigen Wochen hatten Obdachlose in Düsseldorf große Steine, die unter einer bei Obdachlosen beliebten Brücke abgelegt worden waren, aus Protest vor das Rathaus getragen. Auch berichten SozialarbeiterInnen davon, dass Menschen aus Notunterkünften regelrecht „rausgeekelt“ würden.