Nach dem Streik der Lufthansa-Flugbegleiter in der vergangenen Woche wollen das Unternehmen und die Gewerkschaft Ufo an diesem Sonntag verhandeln. Am Montag will die Gewerkschaft verkünden, ob es neue Streiks gibt.

Der Schlag muss gesessen haben. Nachdem die Lufthansa der Gewerkschaft Ufo monatelang die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Gespräche abgelehnt hat, will sie nun verhandeln. Auslöser war der 48-stündige Streik der Flugbegleiter am Donnerstag und Freitag. Die Lufthansa musste 1.500 Flüge streichen und sprach von 200.000 betroffenen Passagieren. Teilweise kam es auch noch am Samstag zu Ausfällen und Verspätungen, so etwa in Frankfurt und München.

Am heutigen Sonntag wollten Unternehmen und Gewerkschaft nun an einem geheimen Ort über eine Schlichtung des Tarifkonflikts beraten. Beide Seiten vereinbarten Stillschweigen über die Details. Ufo-Sprecher Nicoley Baublies sagte jedoch, er hoffe auf die Unterzeichnung eines Vertrags für Schlichtungsgespräche an diesem Wochenende. Am Montag wolle die Gewerkschaft das weitere Vorgehen verkünden. Sie drohte bereits mit neuen Streiks und einer Ausweitung des Arbeitskampfs auf andere Lufthansa-Gesellschaften. Bereits Ende Oktober hatten die Flugbegleiter bei den Lufthansa-Tochterfirmen Eurowings, Germanwings, SunExpress und Cityline einen eintägigen Warnstreik durchgeführt. Anfang November stimmten die Belegschaften der verschiedenen Marken des Lufthansa-Konzerns dann in Urwahlen mit großen Mehrheiten für unbefristete Streiks.

Die Ufo fordert für die etwa 21.000 Flugbegleiter der Lufthansa höhere Spesen und Zulagen, sowie einen erleichterten Zugang für Saisonkräfte in reguläre Arbeitsverhältnisse. Zusätzlich dringt sie für die Beschäftigten der vier Tochterfirmen unter anderem auf höhere Gehälter, betriebliche Altersvorsorge und Teilzeitregelungen.