Die 33-jährige Maria B., die ein Polizist am letzten Freitag in Berlin durch einen Schuss in den Oberkörper tötete, war allem Anschein nach Antifaschistin. Um ihr zu gedenken und ihren Tod durch Polizeigewalt anzuprangern, gab es in Friedrichshain eine Demonstration, die die Polizei aufzulösen versuchte.

Als vor wenigen Tagen der Fall der 33-jährigen Berlinerin bekannt wurde, die ein Polizist in ihrem eigenen WG-Zimmer erschossen hat, waren bloß einige Kerzen im Hausflur aufgestellt. NachbarInnen gedachten damit der jungen Frau und prangerten auf einem Zettel die Bluttat an.

Schon sehr bald gab es die Vermutung, dass Maria Antifaschistin gewesen sei und sich in der autonomen Szene bewegte. Unter anderem hingen in ihrer Wohnung Antifa-Flaggen, in linken Kreisen kannte man sie.

Spontan-Demonstration am Samstag

Am Tag nach Marias Tötung versammelten sich in Friedrichshain Menschen zur einer Spontan-Demonstration. Rund 100 Personen kamen zusammen, um einerseits der Getöteten zu gedenken und andererseits gegen Polizeigewalt zu protestieren. Die TeilnehmerInnen waren Linke aus dem Stadtteil, aber auch NachbarInnen und FreundInnen.

Laut Polizeibericht sollen die DemonstrantInnen dabei die Straßen mit blauen Schriftzügen „Polizei = Mörder“ und „Rest in Peace Maria“ beschriftet haben. Beteiligten zufolge handelt es sich dabei um Falschinformationen, die die Polizei verbreitet. Beide Graffitis seien erst in der folgenden Nacht entstanden. In einem Bericht sprechen sie von willentlicher Falschinformation: „Diese Desinformationskampagne über die Demo ist also offensichtlich der nächste Schritt, nachdem die übliche Desinformationskampagne gegen das Opfer („Messerfrau“, „drogensüchtig“, etc.), in diesem Fall also Maria, selbst ausnahmsweise nicht Erfolg hatte.“

Polizeibeamte wollten die Demonstration auflösen, woraufhin es zu Auseinandersetzungen kam. Aus Straßenschildern und Bauzäunen sollen die DemonstrantInnen Barrikaden errichtet haben, um ihre Versammlung vor der Auflösung zu schützen.

Über die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in diesem Fall ist bisher nichts weiteres bekannt.