Die deutsche Rüstungsindustrie hat bis November Waffen im Wert von 822,9 Millionen Euro ins Ausland geliefert, und damit mehr als im Vorjahr. Der größte Teil der Waffen ging an EU- oder NATO-Staaten.

 Die deutsche Rüstungsindustrie dürfte 2019 als gutes Jahr in Erinnerung behalten. Gerade erst bekannte die Bundesregierung, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten Rekordgenehmigungen für Rüstungsexporte in Höhe von über 8 Milliarden Euro erteilt hat. Jetzt stellt sich heraus: Auch die tatsächlichen Lieferungen von Rüstungsgütern haben sich im Jahr 2019 wieder erhöht.

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Wie aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Politikerin Katja Keul hervorgeht, lieferte die Industrie bis Ende November 2019 Waffen im Wert von 822,9 Millionen Euro ins Ausland. Im ganzen Jahr davor hatten die Ausfuhren bei 770,8 Millionen Euro gelegen – was allerdings ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren war: Im Jahr 2017 betrugen die Rüstungsexporte noch 2,65 Milliarden Euro, 2016 waren es 2,5 Milliarden Euro.

Mit 71 Prozent ging der größte Teil der Waffenexporte im vergangenen Jahr in EU- und NATO-Staaten, sowie gleichgestellte Länder wie Australien. Zu den 20 wichtigsten Empfängerstaaten gehören aber auch Ägypten, Pakistan und Katar. Bis zum August des vergangenen Jahres war die Türkei der größte Abnehmer deutscher Kriegswaffen – dorthin gingen Exporte in Höhe von 250,4 Millionen Euro.

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