Der sogenannte „Flügel“ der AfD will die Hardliner innerhalb der faschistischen Partei bündeln. Ursprünglich wurde er von Björn Höcke gegründet, vor kurzem gab der Verfassungsschutz bekannt, den Flügel beobachten zu wollen. Weil das für ein schlechtes Image sorge, forderte der Bundesvorstand den Flügel auf, sich selbst aufzulösen.

Zur gleichen Zeit ging ein Video viral, das Höcke zeigt, wie er auf einem Flügeltreffen Wortspiele mit begrifflichen Anleihen aus der NS-Sprache zu Konzentrationslagern verwendet:

NS-verherrlichendes Video aufgetaucht: Faschist Höcke will FlügelgegnerInnen „ausschwitzen“

Seit der Verfassungsschutz den Flügel zum Beobachtungsfall machte, präsentiert die AfD sich überrascht und distanziert von der rechtsradikalen Haltung seiner Anhänger. Dass Höcke in seiner Rede nicht nur gegen marginalisierte, sondern gegen KontrahentInnen innerhalb der faschistsichen AfD hetzte, rief auch AfD-Spitzenfunktionäre auf den Plan.

Höcke sorge für Unruhe und schade dem Ansehen

Sie forderten nach Höckes Aussagen einen Ausschluss des Flügels, denn es habe bereits eine „Austrittswelle“ begonnen. Der NRW-Landesvorstand nannte die Auflösung des Flügels eine Maßnahme, um „wieder Ruhe in unsere Partei einkehren zu lassen und die bereits begonnene Austrittswelle zu stoppen“.

Alexander Wold, Bundesvorstandmitglied und Vorsitz der Hamburger AfD-Fraktion, stimmte der Kritik zu: Höcke sei „König der Eigentore“ und schade dem Ansehen der Partei. Zu den Inhalten der Rede positionierte er sich nicht öffentlich.

Wie viele seiner ParteikollegInnen vermutete er wohl, dass der Flügel zum Anlass genommen würde, um bald die ganze AfD zu beobachten. Bis vor kurzem noch hatte Ex-Geheimdienstchef Maaßen höchstpersönlich die Partei dabei beraten, diese Beobachtung zu umgehen.

Maaßen: Vom Geheimdienst-Chef zum „besorgten Bürger“

Bundesvorstand fordert Auflösung

Nun entschied sich der Bundesvorstand, den Flügel zur Selbstauflösung aufzufordern. Es gäbe ohnhin keine klar geregelte Mitgliedschaft. Dieser Forderung kam der Thüringer Landeschef Höcke gestern Abend nach. Über den rechten Verleger Götz Kubitschek, der sich selbst lieber als „rechtsintellektuell“ bezeichnet, ließ er ein Interview veröffentlichen, in dem er die Auflösung offiziell machte.