In Augsburg kam es am Dienstagmorgen zu einer Hausdurchsuchung gegen einen Antifaschisten der Gruppe „Antifaschistische Jugend Augsburg“ (AJA). Offizieller Grund ist ein Schriftzug. Die Gruppe vermutet jedoch, dass die Polizei sich einen tieferen Einblick in ihre Struktur verschaffen wollte und man am Beginn einer großen Repressionswelle stehe.

Wie die Antifaschistische Jugend Augsburg am Mittwochabend auf ihren Kanälen in den Sozialen Medien bekannt gab, war es am Dienstagmorgen um 6:37 Uhr zu einer Hausdurchsuchung gegen ihren Genossen Ikbal gekommen.
Die Polizei hatte als Grund dafür das Anbringen eines Schriftzuges mit dem Kürzel der Gruppe „AJA“ sowie den Symbolen „Hammer und Sichel“ und „Circle A“ angegeben. Dies soll im August geschehen sein. Außerdem sei ein Kriminaloberkommissar Zeuge gewesen, habe den Aktivisten jedoch nicht gestellt. Dieser wird nun für sämtliche Schriftzüge der Antifaschistischen Jugend Augsburg im gesamten Stadtgebiet verantwortlich gemacht.

In ihrer Stellungnahme geht die Gruppe davon aus, dass dies nur ein „Vorwand für die Durchsuchung eines AJA-Mitglieds und somit für einen tieferen Einblick in unsere Struktur“ sei.
Die Durchsuchung habe insgesamt fast fünf Stunden angedauert, wobei Handy, Laptop, Bücher, Notizhefte und Materialien der AJA wie etwa Plakate beschlagnahmt worden seien.

Während der Durchsuchung habe die Polizei außerdem wieder und wieder Einschüchterungsversuche unternommen und versucht, dem Aktivisten eine künftige politische Arbeit auszureden. Er soll ebenfalls zur Kooperation aufgefordert worden sein, um eine gute Behandlung seiner „Freunde“ zu garantieren.
Auch rassistische Bemerkungen über seine Familie seien gefallen.

Die Antifaschistische Jugend Augsburg ruft deshalb zu Solidaritätsaktionen auf und deutet die Hausdurchsuchung als Teil des Beginns einer großen Repressionswelle gegen linke und antifaschistische Strukturen.

Hausdurchsuchungen bei „Roter Aufbau“ Hamburg

So hatte es schon Ende August in Hamburg Hausdurchsuchungen beim „Roten Aufbau“ und im September bei linken Aktivist:innen in Berlin gegeben. Ebenfalls im September waren neue Ermittlungen gegen die „Revolutionären Aktionszellen“ (RAZ) im Berliner Raum bekannt geworden.

Generalbundesanwalt gibt Ermittlungen gegen neue „Revolutionäre Aktionszellen“ bekannt


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