Einer Umfrage zufolge ist jeder zweite Freiberufler:innen-Betrieb stark oder sehr stark von der Krise betroffen. Ein Viertel der Selbständigen befürchtet weitere Entlassungen bis zum Jahresende. Durch die Corona-Maßnahmen geraten auch Branchen in Bedrängnis, die sonst als krisenfest gelten.

Das Zusammenspiel einer kapitalistischen Überproduktionskrise mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie bringt weite Teile der deutschen Unternehmenslandschaft in Bedrängnis. Durch die Besonderheit der Pandemie-Einschränkungen geraten in diesem Jahr auch Branchen in Not, die sonst als eher „krisenfest“ gelten.

Dazu zählen die sogenannten Freien Berufe – wie etwa Ärzt:innen, Anwält:innen, Notar:innen, Steuerberater:innen, Wirtschaftsprüfer:innen oder Architekt:innen. Wie eine Umfrage des „Instituts für Freie Berufe“ (IFB) nun ergeben hat, ist jede:r zweite Freiberufler:in stark oder sehr stark von der „Coronakrise“ betroffen.

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Das Institut hatte im September knapp 1.900 selbständige Freiberufler:innen im Auftrag des „Bundesverbands der Freien Berufe“ (BFB) befragt. Demnach musste jede:r zehnte Freiberufler:in während der Pandemie bereits Mitarbeiter:innen entlassen. Jede:r vierte befürchte, bis zum Jahresende weitere Mitarbeiter:innen entlassen zu müssen. Jede:r fünfte hat diese Befürchtung für das kommende Jahr.

Der Präsident des BFB, Wolfgang Ewer, spricht von „weiteren 180.000 Stellen“, die damit in der Branche in Gefahr seien. Etwa 30 Prozent aller Freiberufler hätten Überbrückungshilfen des Bundes in Anspruch genommen. Die geplanten Nachbesserungen von Wirtschaftsminister Altmaier begrüßte Ewer, forderte jedoch zusätzliche Zuschüsse zum Lebensunterhalt, speziell für Solo-Selbständige und kleine Freiberufler:innen-Einheiten.

In den vergangenen Monaten war es vermehrt zu Protesten von Angehörigen der Freien Berufe, Selbständigen und insbesondere Kulturschaffenden gekommen. Im September etwa demonstrierten in Berlin tausende Angehörige der Veranstaltungsbranche.

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