Am Donnerstag hat der Konzern die Zahlen des Geschäftsjahrs 2019/2020 vorgestellt und verzeichnet einen deutlichen Verlust. Nun sollen noch mehr Arbeitsplätze abgebaut werden. Auch betriebsbedingte Kündigungen werden nicht ausgeschlossen. Unter anderem steht offenbar die Schließung eines Grobblechwerks in Duisburg fest.

1,6 Milliarden Verlust vermeldet ThyssenKrupp für dieses Jahr. Dieser Verlust ist dabei schon nach oben korrigiert worden, weil der Konzern die Aufzugsparte verkaufen konnte. Ohne diesen Verkauf hätte der Verlust sogar über 5 Milliarden Euro betragen.

Als Reaktion auf die Zahlen gab die Geschäftsführung bekannt, 11.000 statt der bisher bekannten 6.000 Jobs streichen zu wollen, die meisten davon in Deutschland. Auf „soziale“ Lösungen wolle man zwar hinarbeiten, betriebsbedingte Kündigungen wurden aber ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Vom angekündigten Arbeitsplatzabbau ist nun etwa jede/r Zehnte der verbliebenen Beschäftigten bei ThyssenKrupp betroffen.

Öffentlich zeigten sich Gewerkschaftsvertreter:innen unzufrieden und nahmen die Ankündigungen als Anlass zu fordern, dass der Staat in den lahmenden Konzern einsteigt. Tatsächlich kursieren aber Berichte, dass Betriebsrät:innen und Gewerkschaftsvertrer:innen in den letzten Monaten massiv Druck auf Arbeiter:innen ausübten, damit sie auf – mit der Geschäftsführung ausgehandelte – „Angebote“ eingehen, die bedeuten, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren und dafür einige Monate Transfergeld erhalten.

Offenbar fürchten viele Arbeiter:innen inmitten einer Krise, keinen Arbeitsplatz mehr zu finden, insbesondere, da viele Beschäftigte bereits über 50 sind. Unterdessen ist die Schließung zumindest eines Standorts offenbar ausgemachte Sache. Mit dem Grobblechwerk in Duisburg sollen 800 Arbeitsplätze im Jahr 2022 wegfallen.


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