In den vergangenen Tagen gab es erneut Razzien und Suspendierungen im Zuge der Ermittlungen gegen rechte Netzwerke in Polizei und Feuerwehr. Diesmal betroffen sind neben der Polizei in Essen auch die Berufsfeuerwehr der Hansestadt Bremen.

Nachdem bereits Mitte September mehrere rechte Chatgruppen bei der Polizei Essen aufgeflogen und daraufhin umfangreiche Hausdurchsuchungen stattgefunden haben, kam es am Dienstag im Rahmen der fortgeführten Ermittlungen erneut zu Hausdurchsuchungen bei 15 Polizist:innen.

Die Verdächtigen wurden vom aktiven Dienst freigestellt und mehr als 600 Datenträger in ihren Privatwohnungen und auf ihren Dienststellen beschlagnahmt. Bei der nun aufgeflogenen Chatgruppe soll es sich um eine Kegelgruppe der Beamt:innen handeln. Mehr als 8.000 Nachrichten sind innerhalb dieser Gruppe verschickt worden. Viele davon wohl mit offen faschistischem und rassistischem Gedankengut.

Razzia wegen faschistischer Chatgruppen bei der Polizei in NRW

Rassismus und Sexismus auch bei der Berufsfeuerwehr Bremen

Parallel zu den Vorfällen in Essen sind auch in Bremen zahlreiche Fälle von rassistischem und sexistischem Verhalten in der Berufsfeuerwehr Bremen bekannt geworden. Dabei soll dieses Verhalten mehrere Standorte und zahlreiche Feuerwehrleute betreffen.

In verschiedenen Chats und Gesprächen sollen Bilder mit Hakenkreuzen und anderen faschistischen Symbolen verschickt oder ausgetauscht worden sein. Hinzu kommen rassistische und sexistische Sprüche gegen migrantische und homosexuelle Kolleg:innen. Diese reichten bis hin zu Gewalt- und Vergewaltigungsfantasien und Übergriffen mit schweren Beleidigungen.

Die Rechtsanwältin Lea Voigt, die einige Geschädigte und Zeug:innen vertritt, macht darauf aufmerksam, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern dass es ein strukturelles Problem innerhalb der Bremer Berufsfeuerwehr sei. Dabei seien auch Vorgesetzte und verschiedene Wachen in die Vorgänge und Vorwürfe involviert.

In dem Zusammenhang kam es zu mindestens einer Hausdurchsuchung und der Suspendierung eines Verdächtigen vom Dienst. Zur weiteren Untersuchung wurde eine Sonderermittlerin eingesetzt.


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