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Mittwoch, April 17, 2024
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    Zweitschwerste Krise der Nachkriegszeit: Deutsche Wirtschaft brach 2020 um 5 Prozent ein

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    Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaft in eine der schwersten Wirtschaftskrisen der Nachkriegszeit gestürzt und hat tiefe Löcher in den Staatshaushalt gerissen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) brach im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein.

    Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand einer ersten Schätzung mit. Stärker war die Wirtschaftsleistung bisher nur während der Weltwirtschaftskrise von 2008/2009 geschrumpft, als das BIP um 5,7 Prozent sank.

    Zudem verzeichnete Deutschland erstmals seit dem Jahr 2011 im Gesamtjahr wieder ein Haushaltsdefizit. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen gaben nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde im vergangenen Jahr 158,2 Milliarden Euro mehr aus als sie einnahmen.

    Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit bei 4,8 Prozent. Das war das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekord-Minus des Jahres 1995, in dem die Schulden der Treuhand in den Staatshaushalt übernommen wurden.

    Probleme mit der EU wegen des Defizits drohen Deutschland nicht. Die EU-Staaten hatten wegen der Corona-Krise erstmals die Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts ausgesetzt, wonach das Haushaltsdefizit nicht über drei Prozent und die Gesamtverschuldung nicht über 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen darf.

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    Im Gesamtjahr sanken die Exporte (minus 9,9 Prozent) und die Importe von Waren und Dienstleistungen (minus 8,6 Prozent) preisbereinigt. Die privaten Konsumausgaben schrumpften um 6,0 Prozent und damit so stark wie noch nie. Die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie Maschinen waren ebenfalls rückläufig.

    Mit einem Einbruch von 5,0 Prozent haben sich Prognosen, dass die schon 2019 begonnene Wirtschaftskrise die schwerste in der Nachkriegszeit seien würde, bisher nicht bewahrheitet. Doch es drohen weitere Gefahren. Immer wieder warnen Ökonom:innen vor einer Bankenkrise sowie einer kommenden Pleitewelle.

    Mit einer Rückkehr der deutschen Wirtschaft zum Niveau von vor der Wirtschaftskrise rechnen die meisten Volkswirt:innen frühestens um die Jahreswende 2021/2022 – und das sind die positiven Prognosen.

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