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Samstag, April 13, 2024
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    USA: Amazon plant Videoüberwachung von Paketbot:innen

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    Der weltweit führende Online-Versandhandelkonzern Amazon ist für seine außerordentlich hohe Arbeitshetze bekannt. Nun soll in den USA mit der Einführung eines Kamera-Überwachungssystems für Paketbot:innen ein weiterer Einschnitt für die Arbeiter:innen folgen.

    Der Konzern hat in Nordamerika damit begonnen, seine Zustellfahrzeuge mit dem Kamerasystem „Driveri“ der Firma „Netradyne“ aus Kalifornien auszustatten.  Bei diesem werden im Führerhaus des Fahrzeugs Kameras installiert, die in alle vier Richtungen filmen.
    So sollen potentielle Gefahren erkannt werden. Die zugehörige KI-Software warnt dann die Fahrer:innen, wenn sie zu schnell fahren, nicht an Stopp-Schildern halten oder eine sonstige Gefahr besteht. Die Kameras springen an, sobald der Zündschlüssel getätigt wird. Auch Zustellungen werden dokumentiert. Lediglich für Pausen kann das Kamerasystem abgeschaltet werden.

    Laut Amazon werde es dabei weder Live-Übertragung noch Audio-Mitschnitte geben. Im Falle von Gefahrenmeldungen werde die Aufzeichnung allerdings hochgeladen und einem Kreis „besonders autorisierter Personen“ zugänglich gemacht.

    Als Grund für die Einführung der Kamera-Überwachung nennt Amazon Studien, die herausgefunden hätten, dass sich die Unfallhäufigkeit durch die Warnsysteme um ein Drittel verringere und um ein weiteres Drittel durch ein verändertes Fahrverhalten. Außerdem könne man die Unschuld von Amzon-Fahrer:innen an Unfällen beweisen.

    Die Arbeiter:innen hingegen sind laut The Information (einer abonnentenbasierten Nachrichtenwebsite) vor allem besorgt um unfaire Überwachung und Eingriffe in ihre Persönlichkeitsrechte.
    In welchem Umfang die Überwachungssysteme in den konzerneigenen Lieferdiensten in Nordamerika zum Einsatz kommen sollen, ist noch nicht geklärt.

    Amazon ist jedoch weltweit berüchtigt für seine Arbeitsbedingungen. So musste der Konzern erst diese Woche 62 Millionen Dollar unterschlagenen Trinkgelds an seine Fahrer:innen zurückzahlen. Bereits vor drei Jahren hatte sich das Unternehmen schon ein Überwachungsarmband für die Arbeiter:innen in den Lagerhallen patentieren lassen.

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