Über die letzten zehn Jahre hat sich die Zahl derjenigen, die auch im Rentenalter noch arbeiten gehen, verdoppelt. Mittlerweile sind es über eine Million Menschen. Für fast 40% ist dies ihr hauptsächlicher Lebensunterhalt.

Erwerbstätige müssen bis zur Rente immer länger arbeiten. Seit 2012 steigt das Renteneintrittsalter stufenweise von 65 auf 67 Jahre bis 2031. Zuletzt wurde sogar über eine darauf folgende Anhebung auf 68 oder sogar 69 Jahre diskutiert. Gleichzeitig müssen schon jetzt immer mehr Menschen auch im Rentenalter weiter arbeiten.

Im Oktober vergangenen Jahres waren von insgesamt rund 38,2 Millionen Beschäftigten in der Bundesrepublik etwa 1,039 Millionen mindestens 67 Jahre alt oder älter. Dies geht aus einer Anfrage der Linkspartei an die Bundesregierung hervor.

Von diesen Beschäftigten der sogenannten „Generation 67 plus“ gingen etwa 208.000 einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach, hinzu kommen laut Bundesregierung etwa 831.000 geringfügig Beschäftigte. Dazu zählen zum Großteil Minijobs. 19.000 Bürgerinnen und Bürger der abgefragten Altersgruppe gingen einem Nebenjob nach.

Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass zum Stichtag fast 600.000 Arbeitnehmer in Deutschland sogar 70 Jahre oder älter waren. Fast 220.000 Beschäftigte zählten zur Altersgruppe ab 75 Jahren und 72.000 Beschäftigte waren 80 Jahre oder älter.

Die Debatte um die Rente mit 68

Anzahl der Rentner:innen, die arbeiten müssen, hat sich verdoppelt

Erwerbsarbeit war für fast 40% der Erwerbstätigen in der Altersgruppe 65plus im Jahr 2019 essentiell für den Lebensunterhalt. Für knapp zwei Drittel der älteren Erwerbstätigen stellt ihre Tätigkeit eher einen kleinen Zuverdienst dar.

Zu den häufigsten Tätigkeiten, denen Ältere nachgehen, zählen Büroarbeiten, eine Arbeit als Putzkraft oder als Fahrerinnen und Fahrer. Auch in den Bereichen Gebäudetechnik sowie Lagerwirtschaft und Zustellung sind viele Rentner:innen tätig.

Besonders Selbstständige und mithelfende Familienangehörige üben ihren Beruf häufig auch jenseits eines Alters von 65 Jahren aus: mit 37% liegt ihr Anteil mehr als dreimal so hoch wie bei allen Erwerbstätigen (10%). Ein Grund dafür kann sein, dass für Selbstständige keine Rentenversicherungspflicht existiert, so dass viele Selbstständige im Alter auch keinerlei gesetzliche Rente erhalten.

Die Zahl der erwerbstätigen Menschen im Rentenalter steigt seit Jahren. Im Jahr 2019 waren hierzulande 8% der Menschen im Alter ab 65 erwerbstätig, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. 2009 betrug ihr Anteil noch 4%.

Altersarmut trotz Grundrente


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