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Montag, Juni 24, 2024
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    AfD-Abgeordneter baut weltweites evangelikales Netzwerk gegen LGBTI+ auf

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    Der AfD-Abgeordnete Waldemar Herdt soll ein weltweites Netzwerk aus christlichen Fundamentalist:innen aufgebaut haben. Ziel des Zusammenschlusses ist vor allem der Abbau von erkämpften LGBTI+ Rechten.

    Nach Recherchen der taz und des ARD-Magazins „Kontraste“ soll der Abgeordnete Waldemar Herdt der rechten Partei AfD ein Netzwerk aus evangelikalen und anderen fundamentalistischen Christ:innen aufgebaut haben, um weltweit ein Gegengewicht zur LGBTI+- Bewegung bilden zu können. Herdt selbst befürchtet  im Interview andernfalls „Sodom und Gomorrha“. Als Gegengewicht wünsche er sich ein Netzwerk von Rechtskonservativen, so Herdt weiter.

    LGBTI+-feindliche Propaganda oder „Kampf für die Menschenrechte“?

    Als Deckmantel für das Netzwerk gründete die AfD 2019 die „Interparlamentarische Menschenrechtskommission“ (IPMK). Diese soll sich nach offiziellen Angaben für „christlich-konservative“ Werte einsetzen, also etwa traditionelle Familienbilder.

    Die IPMK arbeitet dementsprechende Resolutionen aus, die in Gesetzesinitiativen der AfD münden sollen. Insgesamt sollen sich dem Gremium Parlamentarier:innen und „Expert:innen“ aus 30 Ländern angeschlossen haben. Um wen genau es sich dabei handelt, ist jedoch unklar.

    Bekannt ist jedoch, dass unter anderem Sam Brownback, ein ehemaliges Mitglied der Trump-Regierung, an einer Konferenz der IPMK teilnahm. Außerdem unterhält Herdt Kontakte zum brasilianischen Regierungsmitglied Marco Feliciano. Die brasilianische Regierung könnte nach dem Ende der Präsidentschaft Trumps für die IPMK eine Art Vorbildfunktion einnehmen.

    Auch zum lettischen Priester Alexey Ledyaev soll Herdt enge Beziehungen unterhalten. Dieser ist führendes Mitglied der Organisation „Watchmen on the Wall“, die sich dem Kampf gegen die Homosexualität verschrieben hat. Herdt trat im Jahr 2018 auch auf einer ihrer Veranstaltungen auf.

    Im Namen einer kirgisischen Sektion der IPMK, der „Weltliga der Bürger und der zivilgesellschaftlichen Vereinigungen“, soll der AfD-Abgeordnete zudem bald einen „Menschenrechtspreis“ an Viktor Orbán verleihen. Grund ist dessen LGBTI+-feindliches Gesetz, welches innerhalb der EU zu großen Debatten geführt hatte. Auch Herdt soll die Auszeichnung erhalten.

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    Ein neues AfD-Netzwerk

    Neben den Enthüllungen um den heimlichen Strippenzieher der AfD, Tom R., kommt demnach nun die Entschleierung eines internationalen Netzwerks der AfD hinzu, in dem sich internationale faschistische Kräfte vernetzen, um den Abbau von erkämpften LGBTI+- Rechten zu planen.

    Was in Ländern wie Ungarn oder Brasilien längst Realität ist, wird also auch in Deutschland von Evangelikalen und Faschist:innen unter dem ideologischen Deckmantel von „christlichen Werten“ angestrebt.

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