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Freitag, März 1, 2024
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    Wirtschaftskrise: Kurzarbeit geht auf 4,7-faches Vorkrisenniveau zurück

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    Die Zahl der Kurzarbeiter:innen in Deutschland ist im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich gesunken. Mit knapp 700.000 Arbeiter:innen liegt sie jedoch immer noch um ein Vielfaches höher als vor der Krise. Besonders Arbeiter:innen in der Gastronomie bleiben betroffen.

    Ein Grund zum Feiern? Nach Zahlen des Münchener Ifo-Instituts ist die Zahl der Kurzarbeiter:innen in Deutschland im Vergleich zum Krisenjahr 2020 deutlich gesunken. Demnach ging sie von 1,06 Millionen im Juli auf 688.000 im August zurück und sank damit erstmals seit März 2020 wieder unter die symbolische Marke von 1 Million Personen. Die Zahlen entsprechen einem Anteil von 3 Prozent der abhängig Beschäftigten im Juli und 2 Prozent im August. Es handelt sich dabei um Schätzwerte, die auf Grundlage der monatlichen Konjunkturumfrage unter deutschen Unternehmen sowie anhand von Daten der Bundesagentur für Arbeit erhoben werden.

    Verglichen mit dem Vorkrisenniveau ist die Kurzarbeit in Deutschland damit jedoch immer noch außerordentlich verbreitet. Im Jahr 2019 betrug die Zahl der Kurzarbeiter:innen im Durchschnitt 145.000 – der aktuelle Wert ist das 4,7-fache hiervon. Im gesamten Zeitraum zwischen 2011 und 2019 hatten die Jahresdurchschnitte der Kurzarbeiter:innenzahl immer deutlich unterhalb von 200.000 gelegen. Und selbst im Krisenjahr 2010 betrug der Jahresmittelwert nur knapp 503.000, nachdem die Zahl der Kurzarbeiter:innen auf dem Höhepunkt der Krise 2009 auf mehr als 1,4 Millionen geklettert war.

    Die aktuelle Wirtschaftskrise fiel diesbezüglich deutlich heftiger aus. Auf dem Höhepunkt im April 2020 befanden sich sogar über 6 Millionen Beschäftigte in Deutschland in Kurzarbeit. Diese Zahl sank bis Oktober auf gut 2 Millionen, um im Februar 2021 mit knapp 3,8 Millionen ein neues Zwischenhoch zu erreichen.

    Am meisten von der Krise betroffen bleiben aktuell die Beschäftigten im Gastgewerbe. Dort sind nach Schätzungen von tagesschau.de noch immer 100.000 Arbeiter:innen in Kurzarbeit. Die Zahl hier sei jedoch ebenso rückläufig wie der Gesamttrend.

    Erst im Mai hatte die Bundesregierung die staatlichen Kurzarbeitshilfen bis Ende September verlängert. Dazu zählen erleichterte Zugangsbedingungen für Unternehmen und die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge durch den Staatshaushalt.

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