In Argentinien hat die Gewerkschaft Unión de Trabajadorxs de la Tierra (UTT) ein Protestcamp vor dem Kongress in der Hauptstadt Buenos Aires abgehalten. Zentrale Forderung war die Verabschiedung eines neuen Landgesetzes.

Vier Tage kampierten argentinische Landarbeiter:innen mit der UTT vor dem Kongress. Ihr Ziel ist die Verabschiedung des Gesetzes über Landzugang (Ley de Acceso a la Tierra), welches kleinbäuerlichen Familien durch die Aufnahme von Krediten den Kauf von eigenen Stücken Land ermöglichen soll. Die Landstücke soll der Staat aus öffentlichem Besitz verkaufen.

Davon versprechen sich die Protestierenden einen sichereren Lebensunterhalt, da derzeit 87 Prozent der argentinischen Landarbeiter:innen ihr Land teuer pachten müssen.

„Statt missbräuchlich hohe Pachten zu zahlen, könnten wir einen Kredit aufnehmen, der uns ermöglicht, über unser eigenes Land zu verfügen. Das würde uns Sicherheit geben, um Nahrungsmittel zu produzieren und Investitionen für eine ökologische Landwirtschaft zu tätigen“, wird die UTT auf dem Nachrichtenportal amerika21.de zitiert.

Das Gesetz war bereits zwei Mal (2016 und 2018) im Parlament eingebracht worden, scheiterte aber an den Mehrheitsverhältnissen. Im Februar 2020 hatte der Präsident Alberto Fernández nach einem Treffen mit der UTT zwar seine Unterstützung zugesagt, ein Gesetz gibt es aber noch immer nicht. Die Gewerkschaft prangert den Wortbruch der Regierung an.

Neben dem Protestcamp fanden auch andere Aktionen in Argentinien statt. So wurde der Zugang einer Monsanto-Niederlassung blockiert.

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