Die Zukunft der MV-Werften ist weiterhin unsicher. Während rund 2.000 Beschäftigte um ihre Existenz bangen müssen, schieben sich nun der Eigentümer auf der einen und Bund und Länder auf der anderen Seite gegenseitig die Verantwortung zu.

Bereits im Februar letzten Jahres hatten sich hunderte Arbeiter:innen an gewerkschaftlichen Protestaktionen gegen die bevorstehenden Entlassungen bei den MV-Werften (Mecklenburg-Vorpommern Schiffswerften) in Rostock, Stralsund und Wismar beteiligt. Damals hatte der Mutterkonzern „Genting Hong Kong“ erklären lassen, dass 1.200 der rund 3.000 Arbeitsplätze in Frage stehen würden.

Mecklenburg-Vorpommern: Protest gegen massiven Stellenabbau an Werften

Genting hatte die Werften 2016 übernommen, um vor allem für den asiatischen Markt Kreuzfahrtschiffe zu produzieren. Die Pandemie hat das Unternehmen folglich schwer getroffen.

Die Arbeiter:innen sollen es ausbaden

Inzwischen sind etwa 1.900 Arbeiter:innen auf den Werften verblieben, doch auch ihre Arbeitsplätze sind jetzt in Gefahr. Zudem haben sie ihre letzten Löhne nicht erhalten.  Währenddessen streitet sich Genting mit Bund und Ländern über die Zuständigkeit für die Rettung der Werften.

So ist unklar, ob Bund und Länder bei der Liquiditätslücke von 148 Millionen Euro einspringen werden, die wohl Hintergrund der Situation der Werften ist. Auch um bei der Fertigstellung eines Schiffes einzusteigen, erwartet der Bund eine höhere Eigenbeteiligung von Genting.

Am heutigen Montag findet eine Sondersitzung des Finanzausschusses im Landtag statt. Gleichzeitig lädt auch die Gewerkschaft „IG Metall Küste“ zu einer Online-Konferenz. Ines Scheel, die Chefin des Gesamtbetriebsrats, gab derweil an, nach den bisherigen Gesprächen die Hoffnungen auf ein Überleben der Werften fast aufgegeben zu haben.


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