Die NATO will vier neue Kampfverbände in Osteuropa aufbauen. Das haben die 30-Mitgliedsstaaten vergangenen Donnerstag auf einem außerordentlichen Treffen in Brüssel beschlossen. Deutschland wird zudem im nächsten Jahr die Führung der NATO-Speerspitz übernehmen.

Bisher sind vier „Battlegroups“, Kampfverbände bestehend aus Soldat:innen verschiedener NATO-Länder, in Polen, Estland, Lettland und Litauen mit einer Größe von jeweils bis zu 1.000 Soldat:innen im Einsatz. Dazu kommen jetzt zur „Absicherung der Ostflanke“ gegen Russland die Slowakei, Rumänien, Ungarn und Bulgarien. Die Verstärkung der Präsenz der NATO im osteuropäischen Luftraum, in der Nord- und Ostsee sowie dem Mittelmeer wurden auf dem Sondergipfel in Brüssel ebenfalls erneut betont.

Die militärische Stellung Deutschlands in Osteuropa spielt dabei auch eine wichtige Rolle. Die „Battlegroup Litauen“ steht bereits unter der Führung der Bundeswehr. Zusätzlich wurden kurz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Soldat:innen nach Rumänien verlegt, um die Luftüberwachung auszudehnen. Zu den bereits stationierten Eurofighter-Kampfjets kamen drei weitere Luftfahrzeuge hinzu. Dort wurde die Luftwaffe im März von Großbritannien abgelöst, dafür wird sie jetzt in der Slowakei aktiv.

Bekommt Deutschland eine „Eiserne Kuppel“?

Außerdem übernimmt die Bundeswehr im nächsten Jahr die Führung der Very High Readiness Joint Task Force, die auch als Speerspitze der NATO angesehen wird. Die Anforderung an diese Einheit ist es, innerhalb von 48 bis 72 Stunden bereit zu sein, um dorthin verlegt zu werden, wo sie jeweils benötigt wird. Dazu kommt die Führung Deutschlands im Hauptquartier Land- und Luftstreitkräfte, Spezialkräfte, bei der Landbrigade, beim Maritimen Einsatzverband und bei besonderen Bereichen wie der ABC-Abwehr (Abwehr Atomarer, biologischer und chemischer Waffen) der NATO Response Forces.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.