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Samstag, Mai 25, 2024
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    Die Bevölkerung in Haiti protestiert gegen Teuerungen und Krise

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    Haiti ist ein stark ausgebeutetes Land, in dem es immer wieder zu Aufständen kommt – sowohl gegen die schlechten Lebensverhältnisse vor Ort als auch gegen die neokoloniale Herrschaft der USA. Der Kampf um Befreiung der Haitianer:innen wird dabei auch gegen den verlängerten Arm der Unterdrückung, die kriminellen Banden, geführt.

    Inflation und Teuerungen treiben die stark ausgebeuteten Haititaner:innen in den letzten Monaten und Wochen auf die Straße. Insbesondere die angekündigte Erhöhung von Kraftstoffpreisen hat zu massiven Protesten geführt.

    In der Hauptstadt Port-au-Prince und mehreren weiteren Städten fanden große Demonstrationen fand. Sowohl staatliche Kräfte als auch kriminelle Banden gehen mit Waffengewalt gegen die Proteste vor. Da infolge der Gewaltausbrüche in der Hauptstadt sogar die Trinkwasserversorgung durch die Versorgerbetriebe eingestellt wurde, entlädt sich die Wut der Protestierenden nur noch heftiger auf der Straße.

    Der unermüdliche Widerstand

    Haiti wird von bürgerlichen Medien als „politisch instabil“  bezeichnet. In der Wirklichkeit bedeutet das, dass es fast jedes Jahr zu Revolten und Aufständen kommt, wie zum Beispiel 2019, als die Gewalt auf den Straßen sich gegen die neokoloniale Unterdrückung richtete.

    Aufstand in Haiti

    Der Karibikstaat Haiti steht seit seiner formalen Befreiung von der französischen Kolonialherrschaft vor über 200 Jahren weiterhin unter starkem Einfluss durch ausländische Mächte. So war es erst Frankreich, das sich Haiti erneut unterordnete, nachdem sich die Sklav:innen einst ihrer Peiniger entledigten.

    Seitdem Frankreich in der imperialistischen Weltrangordnung abgestiegen ist, bauten zunehmend die USA ihre Kontrolle über die ehemaligen Kolonien aus. Dazu gehört auch Haiti, das immer wieder von „Interventionen“ durch die USA gebeutelt wird.

    Der verlängerte Arm des Kapitals

    Seit der Ermordung des haitischen Präsidenten im Jahr 2021 ist der haitische Staat scheinbar handlungsunfähig. Neuwahlen werden immer weiter herausgezögert, und der Unmut in der Bevölkerung wächst weiter. Aus Sicht des Kapitals muss nun eine andere Kraft die Haitianer:innen im Zaun halten: Die kriminellen Banden Haitis.

    Die organisierte Kriminalität nimmt die Räume des Machtvakuums ein. Dort, wo sich die Streitkräfte des Staates zurückziehen, machen sich Banden breit. Über 300 größere und kleinere Gangs kämpfen dabei auf dem Rücken der Arbeiter:innen um die Vorherrschaft.

    Sie konkurrieren um die Kontrolle über die Versorgung der Bevölkerung, wie zum Beispiel um Treibstofflager. Die Banden erheben auch Anspruch auf den Vertrieb dieser Güter, erzielen so hohe Profite und unterdrücken dabei alle Aufständischen, die sich gegen ihre Herrschaft und die des Kapitals wehren wollen. Sie handeln ganz direkt im Interesse der Ausbeuter:innen Haitis. Nicht zuletzt deswegen richten sich die haitischen Arbeiter:innen mit ihren derzeitigen Protesten auch gegen die kriminellen Cliquen.

     

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