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Sonntag, Mai 19, 2024
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    Höheres Renteneintrittsalter ist gefährlich für die Gesundheit

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    In den letzten Monaten wurde immer wieder über eine Erhöhung des Renteneintrittsalter diskutiert. Jetzt zeigt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert, wenn sich das Renteneintrittsalter erhöht.

    Rentenexpert:innen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung haben die Abschaffung der sogenannten Altersrente von Frauen im Jahr 1999 untersucht. Es hat sich gezeigt, dass sich die psychische und teilweise auch die physische Gesundheit der betroffenen Frauen verschlechtert hat.

    In den letzten Monaten ist die Erhöhung des Renteneintrittsalter wieder stark in der Diskussion. Dabei wird nur selten über die gesundheitlichen Folgen diskutiert, die dies für die Betroffenen, also potentiell für alle Arbeiter:innen, haben kann. An Hand der Rentenreform aus dem Jahr 1999 weist das DIW nun nach, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert, wenn Menschen erst später in den Ruhestand gehen.

    Deutlich nachweisbar ist vor allem, dass sich psychische Krankheiten wie Stimmungsstörungen durch ein höheres Rentenalter verschlimmern. Aber auch körperliche Erkrankungen wie Übergewicht und Arthrose verschlechtern sich durch einen späteren Renteneintritt.

    Bis 2011 konnten Frauen unter bestimmten Voraussetzungen bereits mit 60 Jahren und Abschlägen in Rente gehen. Frauen ab dem Geburtsjahrgang 1952 hatten diese Möglichkeit nicht mehr. In der DIW-Studie haben nun die Rentenexpert:innen Mara Barschkett, Johannes Geyer und Peter Haan auf der Basis von den Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der Jahrgänge 1951 – also dem letzten Jahrgang, der von der Regelung profitieren konnte – und den Jahrgang 1952, also dem ersten, der von ihr ausgeschlossen war, untersucht und deren Gesundheit verglichen.

    Sie kamen zu dem Schluss, dass stressbedingte Krankheiten bei 60 bis 62 Jahre alten Frauen des Jahrgangs 1952 im Vergleich zum durchschnittlichen Vorkommen im Jahrgang 1951 um 0,8 Prozentpunkte auf rund 23 Prozent stiegen. Stimmungsstörungen haben im Zuge der Rentenreform ebenfalls um 0,9 Prozent auf etwa 19,5 Prozent zugenommen. Bei Frauen im Alter von 59 Jahren waren die Anstiege sogar noch größer. Auch im Alter zwischen 63 und 65 Jahren zeigten sich bei den Rentnerinnen noch negative Gesundheitseffekte, wenngleich sie auch etwas abnahmen.

    Bei den körperlichen Erkrankungen sind die Ergebnisse nicht ganz so eindrücklich. Dennoch ist klar zu erkennen, dass sich der Gesundheitszustand bei höherem Eintrittsalter auf keinen Fall verbessert. Bei Adipositas (Übergewicht) zeigt sich eine deutliche Zunahme von bis zu einem Prozentpunkt auf 14,5 Prozent. Gründe dafür könnten mangelnde Zeit für Sport, aber auch die festgestellte Zunahme der psychischen Belastung sein. Arthrose und Rückenbeschwerden traten ebenfalls deutlich häufiger auf.

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