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Dienstag, Mai 28, 2024
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    EU und Großbritannien: LNG statt Erdgas aus Russland

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    Der Import von russischem Erdgas, etwa über die Nordstream-Pipeline, ist eingebrochen. Dafür floss nun LNG in Rekordhöhe aus Russland in die EU.

    In diesem Jahr sind viele Versorgungshähne der Pipelines nach Russland zugedreht worden. Im April beendete Gazprom die Versorgung Polens durch die Jamal-Pipeline. Im Mai stellte dann die Ukraine den Gastransit nach Mitteleuropa durch die Pipeline „Sojus“ ein. Später folgten die Wartung von Nordstream 1 und die darauffolgenden Anschläge, auch auf Nordstream 2. Seither werden die Pipelines nicht mehr genutzt.

    Im September eröffnete Polen dann die neue Gas-Pipeline „Baltic Pipe“. Das Milliardenprojekt verbindet Polen und Dänemark miteinander – unabhängig von den Imperialisten Deutschland und Russland. Lediglich über TurkStream durch die Türkei kann also Russland noch Gas in die EU exportieren. Kurz: der Gasimport nach Europa durch Pipelines ist fast zum Erliegen gekommen.

    LNG-Import statt Erdgas

    Zwischen Januar und November haben die europäischen Staaten und Großbritannien allerdings fast 27 Milliarden Euro nach Russland transferiert. Hintergrund ist, dass Russland nun für sein LNG, also verflüssigtes Erdgas, mehr als gefragt ist. Während die Bundesregierung also Deals mit Katar und den USA zur LNG-Lieferung vereinbart, kommen auch 13% des nach Europa gelieferten LNG aus Russland. Somit haben die EU und Großbritannien rund 21% mehr LNG aus Russland eingekauft als vor dem Ukraine-Krieg.

    Das zeigt nicht nur die Doppelmoral der Imperialisten, die durch permanente Kriegspropaganda versuchen, einerseits mit einer weißen Weste dazustehen und gleichzeitig Absprachen mit den reaktionären Regimen in Aserbaidschan oder Katar treffen, sondern auch, dass Russland lange nicht so isoliert ist, wie oft verbreitet wird.

    Die Rechnung für diese Deals zahlen die Arbeiter:innen. So sind nicht nur die Preise für LNG für gewöhnlich höher. Das verflüssigte Erdgas steht auch wegen seiner Umweltschädlichkeit in der Kritik. Laut einer Recherche von CORRECTIV stößt beispielsweise ein LNG-Tanker an die 10.000 Tonnen CO2 allein für eine einzelne Fahrt von den Emiraten nach Deutschland aus.

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