Der nächste Schritt für das Kampfjet-Projekt FCAS steht an: Es soll ein flugfähiges Demonstrationsmodell gebaut werden. Die beteiligten Konzerne und Staaten haben sich jetzt auf letzte Details geeinigt. Die formelle Unterzeichnung des Vertrags und die Bestätigung durch Deutschland, Frankreich und Spanien soll in den nächsten Tagen stattfinden.

Im Projekt “Kampfflugzeug der Zukunft FCAS” (Future Combat Air System) soll es nun nach monatelangen Verhandlungen zu einer Einigung und einem Vertrag zwischen den Beteiligten Konzernen – der Rüstungssparte von “Airbus” und des französischen Flugzeugbauers “Dassault” – gekommen sein.

Gegenüber der französischen Zeitung Le Figaro äußerte der DassaultChef Eric Trappier, dass sich sein Unternehmen mit Airbus auf den nächsten Schritt geeinigt habe. Dieser bestehe im Bau eines flugfähigen Demonstrationsmodells. Auch der Chef der Rüstungssparte von Airbus, Michael Schöllhorn, bezeichnete die Einigung als einen „großen Schritt vorwärts für das europäische Flaggschiffprogramm.

Der geplante Jet stellt das Kernstück eines vernetzten Luftkampfsystems dar, zu dem auch Drohnen gehören werden. Der französische Präsident Macron so wie sein Verteidigungsminister Sébastien Lecornu seien bereits seit Donnerstag informiert.

Bereits im Oktober hatte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) bekannt gegeben, dass sich die Projektbeteiligten Frankreich, Deutschland und Spanien darauf geeinigt hätten, in die nächste Programmphase zu starten. Mit dieser Einigung wurde der Weg für die Unterzeichnung der Industrieverträge frei gemacht, die nun laut Airbus und Dassault in „sehr naher Zukunft“ erfolgen soll.

Dann müssen diese noch durch Deutschland, Frankreich und Spanien formell bestätigt werden. In Deutschland müssen die Verträge anschließend dem Haushaltsausschuss vorgelegt werden.

Streitigkeiten zwischen Airbus und Dassault

Ein Grund für die langen Verhandlungen waren Streitigkeiten unter den beteiligten Rüstungskonzernen. In dem jetzigen Abkommen soll Dassault die Führungsrolle bei dem Projekt behalten und sei „Architekt des Flugzeugs, so betonte Trappier. Mit Airbus werde man sich zwar die Eigentumsrechte der gemeinsam zu entwickelnden Elemente teilen, nicht aber die Technologien, die Dassault in das Projekt einbringe.

Das neue Kampfjet-Projekt gilt als „Zukunft der Luftwaffe“, zur Zeit bezeichnet es Europas größtes Rüstungsprojekt. Das FCAS umfasst sogenannte Kampfflugzeug der sechsten Generation, welche die im Einsatz befindlichen Jets “Eurofighter” und “Rafale” ab dem Jahr 2040 zumindest teilweise ablösen sollen.

Die Jets sollen für die elektronische Kampfführung geeignet sein und außerdem über sogenannte “Stealth”-Eigenschaften verfügen, die dafür sorgen, dass sie durch gegnerisches Radar schwer zu orten sind.

In der Öffentlichkeit ist kaum bekannt – dieses Rüstungsprogramm „Future Combat Air System“ – dabei wird es die Steuerzahler:innen in Deutschland, Frankreich und Spanien bis zu 300 Milliarden Euro kosten. Und: interne Unterlagen aus der Bundeswehr warnen schon jetzt davor, dass das Waffensystem bei Einsatz ab 2040 veraltet sein könnte. Trotzdem treibt es die Bundesregierung voran.

 

100 Milliarden für Luftwaffensystem – Verteidigungsministerium sieht „signifikantes Risiko“

FCAS  ist ein Leuchtturmprojekt europäischer Rüstungszusammenarbeit. Der nuklearfähige Kampfjet FCAS gehört in den Rahmen des „Next Generation Weapon Systems“ (NGWS). Zu diesem gehören auch der „Panzer der Zukunft“ MGCS (“Main Ground Combat System”) und bewaffnete Drohnen, die über eine „Combat Cloud“ und Satelliten vernetzt werden.


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