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Sonntag, Mai 19, 2024
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    GKN schließt Standort Zwickau – Italienische Kolleg:innen für Zusammenarbeit mit Umweltbewegung

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    Beim britischen Konzern Melrose Industries stehen die Zeichen auf Entlassung. Der Konzern will Arbeitskräfte in Osteuropa statt in Italien oder Deutschland ausbeuten. Die florentinischen Kolleg:innen sendeten nun eine Grußbotschaft nach Zwickau.

    2018 hat der Konzern Melrose Industries den Autombilzulieferer GKN Driveline aufgekauft. Nun hat der Automobilzulieferer GKN Driveline, angekündigt sein Werk im Zwickauer Ortsteil Mosel schließen zu wollen.

    Während GKN Driveline den Standort im sächsischen Zwickau schließen will, will es in Ungarn ein neues Werk eröffnen. Hintergrund sind die niedrigeren Löhne für die Beschäftigten und der damit verbundene steigende Profit.

    Die IG Metall befürchtet eine Kettenreaktion. Die Schließung des Werkes in Zwickau würde zwangsläufig zur Schließung weiterer Werke führen. Das britische Unternehmen hat weitere Werke in Offenbach (1400 Beschäftigte), Kiel (250 Beschäftigte) und Trier (150 Beschäftigte). 2018 schloss die GKN Driveline schon ein Werk in Kaiserslautern. Das Unternehmen ist derzeit Zulieferer für VW, Mercedes, VW und Audi.

    Müssen wir die Preisexplosion aushalten, um die Umwelt zu retten?

    Insgesamt 800 Arbeitsplätze sollen nun in Zwickau gestrichen werden – Arbeitsplätze, hinter denen auch Schicksale stehen. Doch nicht nur in Deutschland will der Automobilzulieferer Werke schließen. Seit dem 9. Juli 2021 kämpfen 422 italienische Arbeiter:innen für ihr Werk in Florenz. Die IG Metall veröffentlichte eine Video-Grußbotschaft der Kolleg:innen auf ihrer Webseite, in der es heißt:

    „Wir sind das Fabrikkollektiv des ehemaligen GKN-Driveline Werks aus Florenz. Wir wollen hiermit unsere Solidarität mit den Kolleg:innen von GKN-Mosel zum Ausdruck bringen. Wir haben von der angekündigten Schließung eures Werkes erfahren: Melrose opfert also weitere Arbeitsplätze für den Profit seiner Aktionäre.

    Wir wollen euch nur eines ans Herz legen: Kämpft! Unser 18-monatiger Kampf zeigt es: Widerstand ist möglich! Wir empfehlen euch, Verbündete zu suchen und gemeinsame Sache zu machen. Zum Beispiel mit der Umweltbewegung, die in Deutschland gerade sehr stark ist. Durch gemeinsamen Widerstand kann man eure Arbeitsplätze retten.

    Wir stehen zur Verfügung, um euch zu unterstützen, wo es nur geht. Zur Not sind wir auch bereit euch in Deutschland zu besuchen. Solidarische Grüße aus Florenz. Aufstehen, zusammenkommen, kämpfen!“

    Schon Ende 2020 schlossen sich Ende Gelände und das Solidaritätsnetzwerk in Leipzig in einem größeren Bündnis zusammen. Ein Zusammenschluss der Umweltbewegung und Arbeiter:innen. „Es gilt klarzustellen, dass sich Umweltschutz und unsere Interessen nicht widersprechen“, sagte ein Sprecher des Solidaritätsnetzwerks damals in einem Interview.

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