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Freitag, Februar 23, 2024
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    Scholz, Biden, Xi & Co. im Kampf um Südamerikas Rohstoffe

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    Panzer-Kanzler Scholz ist kürzlich nach Südamerika gereist, um für deutsche Unternehmen auf Lithium-Jagd zu gehen. Doch er hat mit der Konkurrenz aus Beijing und zunehmenden eigenständigen Machtinteressen auf dem Kontinent zu kämpfen.

    Olaf Scholz reiste kürzlich durch Südamerika und besuchte dabei Argentinien, Brasilien und Chile. Dabei hatte er unter anderem versucht, Unterstützung für den Krieg um die Ukraine zu bekommen. Der brasilianische Präsident Lula, dessen Land gerade zusammen mit Argentinien die Einführung einer gemeinsamen Währung erwägt, zeigte sich davon jedoch wenig beeindruckt.

    Deutschland vs. China im Kampf um kritische Rohstoffe

    Die zunehmend eigenständigen Interessen Brasiliens sind jedoch nicht das einzige Problem für Scholz. So ging es bei seiner Reise auch darum, deutschen Unternehmen einen Stück vom Kuchen der lateinamerikanischen Rohstoffe zu verschaffen. So war bereits in einem in diesem Monat erschienenen SPD-Grundsatzpapier zur Außenpolitik die Rede davon, dass man den deutschen Einfluss auf anderen Kontinenten insbesondere im Bereich der kritischen Rohstoffe stärken müsse.

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    Ein solcher kritischer Rohstoff ist Lithium, dass für die Produktion von Smartphones, Batterien und vielem mehr entscheidend ist. Dabei werden bis zu drei Viertel der weltweiten Vorräte im sogenannten „Lithium-Dreieck“ zwischen Argentinien, Bolivien und Chile vermutet.

    Letzteres bezeichnete Scholz am Montag beim deutsch-chilenischen Wirtschaftsforum in Santiago de Chile als „Wunschpartner“ für eine langfristige Rohstoff-Versorgung der BRD. Dabei versucht Deutschland im Vergleich zu seinen Konkurrenten vor allem mit „Nachhaltigkeit“ zu punkten. In Brasilien sicherte man Lula etwa öffentlich Unterstützung im Kampf gegen die Rodung des Amazonas-Regenwalds zu.

    In Chile hat nun das deutsche Unternehmen Aurubis eine Absichtserklärung für eine engere Zusammenarbeit mit dem chilenischen Konzern Codelco unterzeichnet. Auch darin geht es um mehr „Nachhaltigkeit“ beim Bergbau. In Argentinien sicherte sich „Deutsche E-Metalle“ Konzessionen für Lithium über 70 000 Hektar. Beide Unternehmen begleiteten Scholz nach Südamerika.

    Doch Deutschland hat dabei insbesondere mit der Konkurrenz aus Beijing zu kämpfen. So hat der bolivianische Staatskonzern YLB erst kürzlich mit dem chinesischen Konsortium CBC die Entwicklung von zwei Industriekomplexen für den Lithium-Abbau vereinbart. Ab 2025 sollen dann Batterien exportiert werden, mit bevorzugter Lieferung nach China.

    Das chinesische Kapital ist bereits seit Jahren in der Region aktiv, während Deutschland sich gerade erst bemüht, einzusteigen. So ist die Tsingshang Holdings Group am Projekt „Centenario Ratones“ in Argentinien beteiligt. Dieses möchte darüber hinaus auch dem aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bestehenden Bündnis „BRICS“ beitreten.

    Und die USA?!

    Geht es um Südamerika, sind natürlich die USA nicht weit entfernt. Ähnlich wie Deutschland Osteuropa als seinen Hinterhof betrachtet, gilt das nämlich auch für die USA in Bezug auf Lateinamerika.

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    In Anbetracht der verstärkten chinesischen Aktivität in Südamerika erklärte die Kommandierende Generalin des US-Südkommandos, Laura Richardson, dass man bemüht sei, seinen Einfluss auf dem südlichen Nachbarkontinent wieder auszubauen. Aufgrund seiner Ressourcen sei Südamerika wichtig für die „nationale Sicherheit“ der USA. Mit China befinde man sich deshalb in einer „strategischen Konkurrenz“.

    Was das in der Praxis bedeutet, hatte man erst Ende 2019 gesehen. Damals hatte es mit Unterstützung der USA einen Putsch gegen den sozialdemokratischen Präsidenten Boliviens, Evo Morales, gegeben. Darauf folgten massive Proteste. Inzwischen ist seine Partei wieder an der Macht.

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