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Montag, Mai 20, 2024
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    Hass und Gewalt gegen CSDs: Die Antwort ist Kampf!

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    In Halle werden LGBTI+- Personen nach der Christopher Street Day-Parade schwer verletzt. In Weißenfels und Berlin greifen Faschist:innen die Veranstaltungen zum CSD an und in Hannover wird ein Jugendlicher so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus muss. Was tun gegen die Gewalt? – Ein Kommentar von Alex Lehmann

    Am Samstag fand in Halle die alljährliche Parade zum Christopher Street Day statt. Nach der Demonstration wurden Teilnehmer:innen von jungen Männern mit Tritten und Schlägen attackiert. Eines der Opfer erlitt schwere Verletzungen, drei andere wurden leicht verletzt. Nachrichten wie diese sind in Deutschland leider keine Seltenheit.

    CSD-Hannover: 17-jähriger trans Mann krankenhausreif geprügelt

    Zwar nehmen in den letzten Jahren immer mehr Menschen an den CSD-Veranstaltungen teil und die Zahl der Events ist auf einem Rekordhoch. Aber auch Hetze und Gewalt gegen die Aufzüge nehmen zu.

    In Hannover wurden eine Gruppe Jugendlicher auf dem Rückweg vom CSD beleidigt und angegriffen. Die Angreifer waren selbst Jugendliche und malträtierten ihre Opfer mit Schlägen und Tritten gegen den Kopf. Ein 17-jähriger transgeschlechtlicher Mann musste daraufhin in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

    Jüngster Höhepunkt der Gewalt gegen LGBTI+-Personen in Deutschland war der Mord an Malte C. letztes Jahr. Der 25-Jährige schritt ein, als Teilnehmer:innen des CSDs in Münster von einer Gruppe Männer homophob beleidigt wurden. Daraufhin verletzten die Angreifer Malte so schwer, dass er am 2. September seinen Verletzungen erlag. Zum ersten Todestag organisierten verschiedene Gruppen, darunter die neu gegründete LGBTI+-Jugendgruppe “Pride Rebllion”, das Gedenken an Malte.

    Gewalt durch Faschisten nimmt zu

    Auch die Gewalt durch Faschist:innen gegen CSDs nimmt zu. In Berlin versuchten Jugendliche der faschistischen Partei „III. Weg“ Teilnehmer:innen des CSDs am Alexanderplatz abzufangen und anzugreifen. Nicht nur die AfD feiert Erfolge, auch die rabiateren Teile der faschistischen Bewegung werden mutiger.

    Gegen den CSD in Weißenfels hetzte die Partei schon im Vorhinein im Internet. Vor der Parade versammelten sich dann etwa 20 Menschen zu einer Störaktion, sie zeigten unter anderem den Hitlergruß und gefielen sich in „Sieg Heil!“-Rufen. Da bleibt kein Zweifel mehr an der faschistischen Gesinnung der Angreifer:innen.

    Woher kommt die Gewalt?

    Hass und Gewalt gegen LGBTI+- Menschen und ihre Veranstaltungen sind nichts Neues. Schon der Ursprung des Christopher Street Day bestand im Kampf gegen eben jene Attacken. Er erinnert an den Stonewall-Aufstand 1969. Damals hatte sich ein Teil der LGBTI+- Gemeinschaft New Yorks die ständige Schikane der Polizei nicht länger gefallen lassen und sich handfest gegen deren Unterdrückung gewehrt – eine Geschichte, die auf den CSDs heute nur noch die Wenigsten in Erinnerung haben.

    Mittlerweile wird von verschiedenen Politiker:innen und Medien oft behauptet, dass Hass und Gewalt gegen LGBTI+ Schnee von gestern seien, dass heute jeder machen könne, was er wolle, ohne diskriminiert zu werden, oder dass die Lage in Deutschland und Europa „nicht so schlimm“ sei. Die Gegenbeweise sehen wir leider viel zu oft in den Nachrichten oder bekommen sie selbst zu spüren.

    Von der Party zurück zum Aufstand

    Der CSD war einmal ein Kampftag für die unterdrückten LGBTI+- Personen. Heute ist er meist kaum mehr als eine Party. Wenn aber am Rande dieser CSDs LGBTI+-Personen krankenhausreif geprügelt oder gar ermordet werden, gibt es keinen Grund mehr zum Feiern, sondern sich zu wehren.

    Aktionen zum 54. Jahrestag der Stonewall Riots 2023

    Faschistischen Schlägertrupps kann man nicht länger feiernd und tanzend entgegentreten. Wenn trans- und homofeindliche Gewalt zunimmt, muss das umso mehr Anlass sein, an die kämpferischen Ursprünge der LGBTI+-Bewegung anzuknüpfen. Bemühungen in diese Richtung gehen in den letzten Jahren z.B. von der “Föderation Klassenkämpferischer Organisationen” (FKO) aus.

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