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Samstag, Februar 24, 2024
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    Blockade eines Kohlehafens: Über 100 Klimaaktivist:innen in Australien verhaftet

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    In Australien wurden mehr als 100 Demonstrant:innen verhaftet, die die Schifffahrtswege eines Kohlehafens mit Kajaks blockiert hatten. Der Protest richtete sich gegen die Klimapolitik des Kohleexporteurs Australien und steht auch im Zusammenhang mit der bevorstehenden Klimakonferenz COP28.

    Mehr als 100 Demonstrant:innen wurden am vergangenen Wochenende wegen der Blockade der Schifffahrtwege eines Kohlehafens von Newcastle im australischen Bundesstaat New South Wales festgenommen. Etwa 3.000 Menschen paddelten mit Kajaks in die Gewässer vor der Küste und hielten so eine Blockade über etwa 30 Stunden aufrecht.

    Der Protest richtete sich gegen die Klimapolitik Australiens und steht im Zusammenhang mit der jährlichen Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP28), die vom 30. November bis 12. Dezember in Dubai stattfinden wird. Auch Australien – einer der größten Kohleexporteure der Welt – wird an der Klimakonferenz teilnehmen.

    An der diesjährigen Klimazusammenkunft werden dieses Jahr Vertreter:innen aus 198 Staaten teilnehmen und die Entwicklung des Klimas seit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 beurteilen. Präsident der COP28 ist Sultan Ahmed Al Jaber – der gleichzeitig auch Chef der Abu Dhabi National Oil Company (Adnoc) ist. Diese plant, ihre Öl- und Gasförderung in den nächsten Jahren massiv auszubauen.

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    Ziele des Pariser Klimaabkommen bisher verfehlt

    2015 hatten sich die teilnehmenden Staaten der Klimakonferenz (COP21) auf das sogenannte Pariser Klimaabkommen geeinigt. Dieses sieht vor, dass die globale Erwärmung in diesem Jahrhundert auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden soll, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels abzuwehren.

    Laut dem Weltklimarat (ICC) wurde bereits 2020 die 1,1°C-Marke geknackt. Damit das 1,5 °C Ziel noch eingehalten werden kann, müssten die globalen Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 43% im Vergleich zu 2019 sinken – nach Berechnungen der UN sieht es aber bisher danach aus, dass es bis 2030 sogar zu einem leichten Anstieg der Emissionen kommen würde. Ohne dass Maßnahmen ergriffen werden, werde sich das Weltklima bis 2100 so um 2,8 °C erwärmen, was katastrophale Folgen für das Ökosystem und Milliarden von Menschen haben würde.

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    Nein“ zu fossilen Energien

    Fossile Energien stellen eine Hauptursache für die Erderwärmung dar. Der Protest in Australien gegen die Klimapolitik der Regierung ist gerade vor diesem Hintergrund zu betrachten.

    Er stelle nach Angaben des Veranstalters Rising Tide die bisher größte Aktion gegen die Untätigkeit der australischen Regierung im Kampf gegen den Klimawandel dar. Dies, obwohl die australische Regierung in der letzten Zeit zunehmend restriktivere Gesetze zum Versammlungsrecht erlassen hat, die dazu genutzt wurden, Klima- und Umweltaktivist:innen zu verhaften und anzuklagen.

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